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Hessen: Mit 49 Euro durch die Republik

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Von: Jutta Rippegather

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Günstig Tram fahren. Das soll auch armen Menschen möglich sein. Michael Schick
Günstig Tram fahren. Das soll bald möglich sein. © Michael Schick

Hessen plant pro Jahr 120 Millionen Euro für das Deutschlandtickt ein. Jetzt starten die drei hessischen Verkehrsverbünde mit dessen Umsetzung

Nach zähem Ringen haben sich Bund und Länder auf die Finanzierung des Deutschlandtickets geeinigt. Jetzt geht die Arbeit vor Ort los: „Wir können in die konkrete Umsetzung gehen – darauf freuen wir uns“, sagte Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), am Freitag der Frankfurter Rundschau. „Ich danke Bund und Ländern, dass sie über die bereits zugesagten Beträge hinaus etwaige Mehrkosten hälftig tragen.“

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) verspricht sich einen „kräftigen Schub“ für die Verkehrswende. „Das Deutschlandticket revolutioniert den öffentlichen Nahverkehr: Erstmals wird es möglich sein, mit einem Ticket überall in Deutschland in Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen oder Regionalzüge zu steigen“, teilte er in Wiesbaden mit.

Noch kein Starttermin

Die Bundesländer und der Bund hatten am Donnerstagabend ihren Streit über die Finanzierung des 49-Euro-Monatstickets beigelegt. Ein Starttermin steht noch nicht fest, der ursprünglich vorgesehene 1. Januar wird aber nicht mehr zu halten sein. Vermutlich wird es Ende März, bis das Ticket mit Gültigkeit im Regionalverkehr der gesamten Republik erhältlich sein wird.

Profitieren würden davon vor allem Pendlerinnen und Pendler, die bisher keines der bereits existierenden hessischen Flatrates nutzen - Job-, Landes-, Schüler- oder Seniorentickets -, Angebote, die vom Deutschlandticket unberührt bleiben werden. Die momentan teuerste Monatskarte im RMV, von Fulda nach Wiesbaden, kostet 299 Euro. Die reguläre Monatskarte für Erwachsene im Frankfurter Stadtgebiet kostet aktuell 97,10 Euro. 49 Euro bedeuten selbst dort eine spürbare Ersparnis.

Finanzierung geeinigt

Um diese zu ermöglichen, müsse der Staat tief in die Tasche greifen, sagte Al-Wazir. „Das Deutschlandticket kostet Milliarden.“ Er sei erleichtert, dass sich Bund und Länder auf die Finanzierung geeinigt hätten.

„Hessen war und ist bereit, die erwarteten Einnahmeausfälle auszugleichen und die Kosten für die Einführung des Tickets zur Hälfte zu tragen“, sagte er. Die schwarz-grüne Landesregierung plane für das kommende Jahr 120 Millionen Euro für das Deutschlandticket ein; zusätzlich zu der mehr als eine Milliarde Euro, die die drei Verkehrsverbünde erhalten werden.

Sollte das nicht reichen, sei das Land bereit, die Mittel zu erhöhen. „Es ist gut, dass jetzt auch der Bund dazu bereit ist“, bekräftigte der Verkehrsminister. Nun könne man mit den Verkehrsverbünden über die konkrete Einführung sprechen.

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