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Hessen: Mehr Betroffene erhalten Hilfe vom Opferfonds

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Von: Hanning Voigts

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Gedenken an die Opfer des rassistischen Terroranschlags vor einem der Tatorte in Hanau.
Gedenken an die Opfer des rassistischen Terroranschlags vor einem der Tatorte in Hanau. Foto: Michael Schick © Michael Schick

Das Land Hessen unterstützt Betroffene von Terror und schweren Gewalttaten finanziell. Davon sollen jetzt auch Menschen profitieren können, die bisher leer ausgingen.

Der seit Juli 2021 existierende hessische Opferfonds zur Unterstützung von Menschen, die Opfer von Terroranschlägen oder schweren Gewalttaten geworden sind, bekommt neue Regeln. Der hessische Landtag stimmte am Dienstag einstimmig einer von CDU, Grünen, SPD und FDP vorgeschlagenen Änderung zu. Danach liegt die kleinste Summe, die der Opferfonds auszahlen kann, in Zukunft nicht mehr bei 10 000, sondern bei 5000 Euro.

Zur Begründung hieß es, die bisher 99 vom Opferbeirat bearbeiteten Anträge stünden jeweils für schwere Schicksale einzelner Menschen. Bei der Arbeit habe sich gezeigt, dass es ein breites Spektrum an Entscheidungsoptionen brauche, um jedem Einzelfall gerecht zu werden. Da die Mindestsumme bisher bei 10 000 Euro lag, habe man nicht allen Betroffenen helfen können. Durch die kleinere Mindestsumme von 5000 Euro sollen mehr Betroffene überhaupt eine Hilfe erhalten können.

Hessen: Betroffene können im Einzelfall bis zu 100.000 Euro bekommen

Der Opferfonds des Landes Hessen wurde als Reaktion auf den rassistischen Terroranschlag in Hanau und die Amokfahrt in Volkmarsen eingerichtet. Wer in Hessen seit 2019 Opfer eines Terroranschlags oder einer Gewalttat „von landesweiter Bedeutung“ wurde, kann Hilfen von 10 000 Euro erhalten, in schweren Fällen von bis zu 100 000 Euro. So sollen Betroffene schnell und unbürokratisch unterstützt werden. Der Fonds verfügt über zwei Millionen Euro pro Jahr.

In den elfköpfigen Beirat, der über die Anträge entscheidet, wurde am Dienstag der neue FDP-Abgeordnete Thomas Schäfer gewählt. Er rückt für Stefan Müller (FDP) nach, der sein Mandat niedergelegt hatte. (Hanning Voigts)

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