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Hessen: mehr Alkoholsüchtige

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Von: Jutta Rippegather

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Alkoholkonsum kann das Brustkrebs-Risiko erhöhen.
Alkoholkonsum kann zur Sucht werden. © Silas Stein/imago

Die Zahl der Diagnosen steigt. Auffällig stark betroffen: die ältere Generation

Alkoholabhängigkeit in Hessen nimmt zu. Und sie betrifft zunehmend ältere Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt die Krankenkasse Barmer nach einer Analyse ihrer Abrechnungsdaten. Demnach stieg die Diagnose bei den 75- bis 89-Jährigen in einem Zeitraum von fünf Jahren um knapp 15 Prozent. Unter 80- bis 84-Jährigen gab es sogar einen Anstieg von rund 22 Prozent und unter 85- bis 89-Jährigen um 33 Prozent.

Verträglichkeit nimmt ab

Die Betrachtung betrifft den Zeitraum zwischen 2016 und 2020. Da die Alkoholverträglichkeit im zunehmenden Alter abnimmt, steige das Risiko von Unfällen und Stürzen.

Hinzu kämen „fatale Wechselwirkungen mit altersbedingt notwendigen Medikamenten“, sagt Landeschef Martin. Auch deshalb sei professionelle Suchthilfe bis ins hohe Alter wichtig. In der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen stieg die Zahl der Alkoholabhängigen in diesem Zeitraum um knapp 12 Prozent. Bei den Unter 25- bis 34-Jährigen verzeichnet die Statistik einen minimalen AbwärtstrendDie meisten Betroffenen finden sich laut Barmer in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen. „Risikoreicher Alkoholkonsum ist kein Phänomen jugendlichen Leichtsinns“, stellt Till klar.

Mehr Männer

Im Jahr 2020 waren den Angaben zufolge 33 Prozent der alkoholabhängigen Menschen in Hessen im Alter von 50 bis 64 Jahren. Die Zahl der Männer lag rund zweieinhalb Mal so hoch, wie die der Frauen. Insgesamt stieg die Zahl der Alkoholabhängigen in Hessen zwischen 2016 und 2020 um annähernd drei Prozent. Aktuell leben in Hessen demnach 75 000 Menschen mit der Diagnose Alkoholabhängigkeit.

Weitere Informationen und einen Alkohol-Selbsttest gibt es unter www.barmer.de

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