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Auch in der Liebfrauen-Grundschule in Frankfurt gab es vergangenes Jahr ein Sommercamp. Hessens Kultusminister Alexander Lorz hatte es eigens besucht.
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Auch in der Liebfrauen-Grundschule in Frankfurt gab es vergangenes Jahr ein Sommercamp. Hessens Kultusminister Alexander Lorz hatte es eigens besucht.

Schul-Sommercamp

Hessen: Lehrkräfte bekommen viel Geld für Arbeit in den Ferien

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Der Einsatz im Sommercamp wird großzügig honoriert. Das Land Hessen zahlt fast eine Million Euro an Personalkosten. Die Schüler und Schülerinnen sollen versäumten Lernstoff nachholen.

Lehrkräfte, die sich für den Einsatz in einem der zahlreichen Sommercamps melden, können sich dort ein ansehnliches Zubrot verdienen. Bis zu 35 Euro lässt sich das Land eine Unterrichtseinheit von 45 Minuten Länge kosten – das entspricht einem Stundenlohn von rund 46 Euro. In den Camps sollen Schüler und Schülerinnen Stoff nachholen können, den sie wegen der coronabedingten Schulschließungen versäumt haben.

Das hessische Kultusministerium rechnet für die sechswöchigen Sommerferien, die am 19. Juli beginnen, mit rund 13 300 Schülerinnen und Schülerin, die an einem der meist einwöchigen Camps teilnehmen. Mehr als 300 Schulen haben ihre Bereitschaft erklärt, ein solches freiwilliges und kostenloses Lernangebot für Kleingruppen zu organisieren.

Stundenlohn von 46 Euro

Nach Auskunft des Kultusministeriums sind dabei knapp 1700 pädagogische Fachkräfte im Einsatz. Rund die Hälfte sind Bedienstete des Landes, die andere Hälfte sind externe Kräfte. Gemäß ihrer Qualifikation erhalten die Landesbediensteten je Unterrichtseinheit zwischen gut 20 und knapp 35 Euro, was einem Stundenlohn von knapp 27 bis rund 46 Euro entspricht.

Am besten bezahlt werden die Gymnasial- und Berufsschullehrer:innen, am wenigsten erhalten die Grundschullehrkräfte. Die externen Pädagog:innen werden mit 15 bis 26 Euro je 45-Minuten-Einheit entlohnt, also mit 20 bis 35 Euro in der Stunde. Ein Camp dauert im Durchschnitt 23 Unterrichtseinheiten.

Angeordnete Mehrarbeit

Besonders großzügig bezahlt wird also jenes Personal, das ohnehin in Diensten des Landes steht. Begründet wird die Entlohnung damit, dass es sich bei dem Einsatz um „angeordnete Mehrarbeit“ handele. Das aber scheint zumindest eine zweifelhafte Bezeichnung zu sein. Denn „angeordnet“ im landläufigen Sinn sind die Stunden nicht: Die Lehrkräfte können sich dazu ebenso freiwillig melden wie die Teilnehmenden.

Zudem sind die sechswöchigen Sommerferien für die Lehrkräfte nicht automatisch Urlaubstage, sondern lediglich „unterrichtsfreie Zeit“. Der Urlaubsanspruch eines Landesbediensteten liegt bei 30 bis 31 Tagen, während es pro Jahr mehr als 70 unterrichtsfreie Tage gibt. Die Beamt:innen und Angestellten müssten also ohnehin auch in dieser Zeit zumindest teilweise arbeiten.

Urlaub oder Arbeitszeit?

Wie das Land feststellt, ob es sich bei dem Einsatz in den Sommercamps tatsächlich um Urlaubstage der Bediensteten handelt, konnte das Kultusministerium nicht erklären. Wie ein Sprecher erläutert, seien die Ferien auch ohne Camps keine arbeitsfreie Zeit, da Unterricht vorbereitet werden müsse und das nächste Schuljahr zu organisieren sei. Deshalb gehe man davon aus, dass die Camp-Pädagogen in jedem Fall ihren Urlaub dazu einbrächten. Zudem handele es sich zumeist um besonders engagierte Kräfte, die auch in der regulären Schulzeit viel Einsatz zeigten und belohnt werden sollten.

Insgesamt lässt sich das Land den Einsatz nach Auskunft des Kultusministeriums rund 850 000 Euro kosten.

Die Lerncamps sind Teil des landesweiten Förderprogramms „Löwenstark – Der BildungsKICK“, das im nächsten Schuljahr Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützen soll. Die für Schülerinnen und Schüler kostenfreien Camps sind für alle Bildungsgänge und Schulformen geöffnet und werden von den teilnehmenden Schulen selbstständig durchgeführt. Sie werden für alle Klassenstufen angeboten.

Neben den schuleigenen Fachkräften werden dabei vor allem Lehramtsstudierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowie pensionierte Lehrkräfte eingesetzt.

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