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Klima

Hessen: Lehren aus dem A 49-Widerstand

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Das Klimacamp in Dannenrod endet mit einem Wochenende zur Mobilitätswende. Ein Treffen aus Initiativen der gesamten Republik.

Das Klimacamp im Dannenröder Forst gerät an seine Kapazitätsgrenzen. Ein Grund ist der Schutz gegen die Pandemie. „Wir bitten, dass nur noch Leute kommen, denen es um die politische Arbeit und Vernetzung geht“, sagt Sarah am Freitag der Frankfurter Rundschau. Sie ist Teil des Organisationsteams der zehntägigen kostenlosen Veranstaltung in Homberg/Ohm. Das Gelände befindet sich am Rande der Baustelle zur Erweiterung der Autobahn 49, wo Ende des Jahres mit großem Polizeieinsatz Baumhausdörfer geräumt wurden, um den Wald zu roden. Geblieben ist ein Protestcamp mit Mahnwache.

Ein Revival erfuhr der Ort in der vergangenen Woche. Das Klimacamp zieht vor allem junge Leute an. Wie viele es sind, ist schwer einzuschätzen. 300 bis 500 könnten es sein. Und langsam werden es zu viele. Der limitierende Faktor sind die Versorgungsstruktur und die Corona-Auflagen. Die Finanzierung erfolgt über Spenden. Das Konzept funktioniert alleine, wenn alle mit anpacken. Für Hunderte Menschen den Nachschub mit Essen und Wasser zu gewährleisten, ist kein anspruchsvolles Unterfangen.

Auch versteht sich das Organisationsteam nicht als Dienstleister, wie Sarah betont: „Die Menschen sollen sich selbst organisieren, alle sollen mithelfen.“ Das müsse so mancher erst einmal lernen. Besonders stolz ist das Team darauf, dass das Covid-19-Hygienekonzept funktioniert und es keine Ansteckungen gab. Dazu gehört auch das Angebot von Schnelltests. Aber auch dieser Vorrat geht zur Neige.

Trotz dieser Unwägbarbeiten steht dem dreitägigen Mobilitätswochenende nichts entgegen. In der Endphase des Camps soll es um konkrete Schritte gegen die verkehrsbedingte Klimazerstörung gehen, sagt Carsten Nitschke. Er ist Sprecher der Arbeitsgruppe „Danny lebt“ bei den „Parents für Future Deutschland“.

Aus dem Widerstand gegen den Ausbau der A49 lasse sich viel lernen. Das Wochenende, sagt er, solle dem Erfahrungsaustausch dienen. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge zur Verkehrsproblematik. Ziel sei es, Initiativen und Bündnissen zu vernetzen und Perspektiven zu entwickeln, um die Natur- und Klimazerstörung zu stoppen.

Nach Ansicht der Veranstalterinnen und Veranstalter gibt es noch eine Chance, die Erde zu retten: „Um den globalen Ökozid noch zu verhindern, ist eine sozial-ökologische Verkehrs- und Mobilitätswende von essenzieller Bedeutung“, heißt es in der Ankündigung. „Der klimaschädliche Neu- und Ausbau von circa 850 Kilometer Autobahnen, die der Bundesverkehrswegplan bis 2030 neben weiteren unsinnigen Bundesstraßen vorsieht, spielen dabei eine zentrale Rolle.“

Die Ergebnisse der Diskussionen und ein Resümee des Camps wollen die Veranstalter:innen in der nächsten Woche vorstellen. Auch die Polizei will mit ihrer Bilanz warten, bis die Teilnehmer:innen des Camps abgereist sind.

https://wald-statt-asphalt.net

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