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Hessen: Kultusminister Lorz verteidigt Testlauf für Türkisch

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Von: Hanning Voigts

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Kultusminister Alexander Lorz (CDU) findet es richtig, erst einmal das Interesse an Türkisch als Fremdsprache zu erheben. Foto: Michael Schick
Kultusminister Alexander Lorz (CDU) findet es richtig, erst einmal das Interesse an Türkisch als Fremdsprache zu erheben. © Michael Schick

Ab kommendem Schuljahr werden vier neue Fremdsprachen an hessischen Schulen gelehrt, Türkisch ist trotz vieler Forderungen nicht darunter. Kultusminister Alexander Lorz verteidigt die Entscheidung.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat die Entscheidung der Landesregierung verteidigt, Türkisch erst nach einer Testphase als Fremdsprache an hessischen Schulen zu lehren. Welche Sprachen neu als Fremdsprache gelehrt würden, werde „nur nach fachlichen Kriterien“ festgelegt, betonte der Minister am Donnerstag im hessischen Landtag. Portugiesisch und Arabisch, die ab dem kommenden Schuljahr neu an hessischen Schulen gelehrt werden, seien im Gegensatz zum Türkischen Weltsprachen. Dass das Interesse an der türkischen Sprache jetzt an zwei Schulen im Rahmen eines Pilotprojekts getestet werde, sei eine „Vorzugsbehandlung“ des Türkischen, sagte Lorz.

Ab kommendem Schuljahr sollen Chinesisch, Arabisch, Polnisch und Portugiesisch neu an hessischen Schulen belegt werden können. Obwohl die Aufnahme des Türkischen schon lange gefordert wird, soll es nur einen „Schultest“ geben, um zu prüfen, wie viele Schüler:innen Türkisch lernen wollen.

Türkisch-Testphase in Hessen „maximal ein Trostpflaster“

Dieses Vorgehen sei „maximal ein Trostpflaster“ für die türkische Community in Hessen, kritisierte dagegen der FDP-Abgeordnete Moritz Promny. „Nach Jahren der Diskriminierung und Ausgrenzung“ gehöre die türkische Sprache sofort in die Klassenzimmer. Die Linke Elisabeth Kula sprach von einer „reinen Mogelpackung“. Die CDU sei gegen das Türkische als Fremdsprache, die Grünen setzten sich nicht gegen ihren Koalitionspartner durch. Der SPD-Parlamentarier Turgut Yüksel sprach von einem „schlecht argumentierten, faulen Kompromiss“, der bei Menschen mit familiärem Bezug zur Türkei „ein Gefühl der Zurückweisung“ verursache. Der AfD-Abgeordnete Heiko Scholz sagte, Türkisch als „Regionalsprache“ solle gar nicht in Hessen gelehrt werden.

(Hanning Voigts)

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