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Hessen: Kritik an Baustellenmanagement der Deutschen Bahn

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Von: Jutta Rippegather

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Im Sommer war die Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Bad Vilbel bereits gesperrt. Foto: Renate Hoyer
Im Sommer war die Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Bad Vilbel bereits gesperrt. Im Herbst wieder © Renate Hoyer

Pro Bahn fordert ein Beteiligungsforum für die Main-Weser-Bahn. Schlechte Information und lange Umwege seien unerträglich.

Ein vernichtendes Urteil hat der Fahrgastverband Pro Bahn zum Management der Baustelle Main-Weser-Bahn gefällt. „Die Zustände während der Streckensperrung Bad Vilbel auf der Gesamtstrecke Kassel-Marburg-Gießen-Friedberg-Frankfurt waren auch in den Herbstferien unzumutbar.“ Verspätungen von 90 Minuten bereits am frühen Morgen seien keine Seltenheit gewesen. Pro Bahn fordert ein Beteiligungsforum für die Main-Weser-Bahn, um die Situation zu verbessern.

Weitere Sperrungen geplant

Denn die Sperrung in den Herbstferien wird nicht die letzte sein, wie eine Bahnsprecherin der Frankfurter Rundschau auf Anfrage bestätigt. Bis zur Inbetriebnahme der neuen S-Bahn-Gleise Ende nächsten Jahres sei mit weiteren Totalsperrungen zu rechnen. „Die Zeiten für das kommende Jahr stehen derzeit noch nicht genau fest.“ Seit Anfang September 2017 baut die Deutsche Bahn die Strecke zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel vierspurig aus. In einem zweiten Abschnitt geht es weiter bis Friedberg.

Die Main-Weser-Strecke ist stark überlastet, S-Bahnen bleiben regelmäßig stehen, um verspäteten Regionalzügen und ICE Vorfahrt zu gewähren. Im Zuge des Ausbaus werden Stationen modernisiert, Frankfurt-Ginnheim bekommt eine neue. Eine logistische Herausforderung. Gebaut wird überwiegend nachts. In den hessischen Schulferien gibt es auch längere Sperrpausen, um jene Arbeiten zu erledigen, die dauern. Etwa die Sprengung und den Neubau der Brücke in Bad Vilbel im Herbst.

Ausbau für die S6

Die erste Baustufe verläuft von Frankfurt- West nach Bad Vilbel. Die rund 13 Kilometer lange Strecke wird von zwei auf vier Gleise ausgebaut, damit die S-Bahn auf eigenen Gleisen fahren kann. Alle Bahnsteige werden auf eine einheitliche Länge von 210 Metern und Höhe von 96 Zentimetern gebracht.

Die zweite Baustufe verläuft auf einer Länge von 16,9 Kilometern nach Friedberg. Baubeginn: 2023.

www.s6-frankfurt-friedberg.de

Nach Beobachtung von Pro Bahn stellte der Baustellenfahrplan die Fahrgäste abermals auf eine große Geduldsprobe. Viel zu wenig Züge aus Marburg, Wetzlar und Gießen seien durchgängig nach Frankfurt gefahren. Die anderen mussten wieder in Hanau wenden. Weil alle Züge aus Mittelhessen den Umweg über Hanau fuhren, sei es zu großen Verspätungen gekommen. Rhein-Main-Verkehrsverbund und Deutscher Bahn seien weiterhin nicht bereit ist, die Züge aus Richtung Aschaffenburg und Fulda in der Sperrpause so anzupassen, dass die Züge aus Mittelhessen nicht vor Hanau steckenbleiben.

Miese Information

Nach Darstellung der Fahrgastlobby stimmten die Information an Bahnsteigen und in den digitalen Informationsquellen nicht. Durchsagen seien „aufgrund der katastrophalen Koordination“ unterblieben. „Die Menschen standen am falschen Bahnsteig, anstatt Alternativen zu prüfen und gegebenenfalls zu nutzen.“ Schlechte Noten auch für den Ersatzverkehr zwischen Bad Vilbel und Frankfurt: „Erneut waren viele Busse nicht mit den Symbolen S6E und S6X gekennzeichnet, die Haltestelleninfo war nicht deutlich genug, als dass der Fahrgast schnell die unterschiedlichen Fahrtrouten hätte erkennen können.“ Eine Anfrage bei der Deutschen Bahn blieb am Dienstag unbeantwortet.

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