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Hessen: Konzept gegen Lehrermangel

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Von: Jutta Rippegather

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Kultusminister Lorz, hier bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Monika Müller
Kultusminister Lorz, hier bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Monika Müller © Monika Müller

Der Landtag debattiert über die Situation an den Schulen. Der Minister sieht keinen Anlass für Kritik.

Ein „Gesamtkonzept gegen den Lehrkräftemangel“ fordern Hessens Sozialdemokraten. „An unseren Schulen unterrichten derzeit mehr als 10 400 Personen, die über keinerlei Lehrbefähigung verfügen“, sagte Christoph Degen, bildungspolitischer Sprecher der SPD, die das Thema auf die Tagesordnung des Plenums gesetzt hatte, am Mittwoch im Landesparlament. Degen forderte die Qualifizierung dieser sogenannten Quereinsteiger:innen und das Ende prekärer Arbeitsverhältnisse an hessischen Schulen. Es gehe um Chancengleichheit. „Schulen sind keine Spielhallen, in denen es vom Glück abhängen darf, ob die Lehrkraft des Kindes pädagogischer Laie ist, Student im vierten Semester oder eine voll ausgebildete Lehrkraft.“

Schlechte Noten bekam die schwarz-grüne Bildungspolitik auch von der Linken und der FDP. Der Lehrkräftemangel sei seit Jahren absehbar, sagte Moritz Promny (FDP). „Sie nehmen die Situation immer noch nicht ernst.“ Er forderte eine „Fachkräfteoffensive“ und die Verlängerung des Grundschulstudiums von derzeit sieben auf neun Semester. Die Ergebnisse des aktuellen Schulbarometers müssten ein Weckruf sein.

Wie die FDP hatte die schwarz-grüne Koalition einen eigenen Antrag in die Bildungsdebatte eingebracht. Von den SPD-Forderungen seien die „vernünftigen“ längst erfüllt, versicherte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). In seiner Amtszeit seien mehr als 5000 Stellen neu geschaffen worden, weitere 4000 stünden im Doppelhaushalt 2023/24. Die Personalbesetzung an den Grundschulen liege bei 120 Prozent. Hinzu kämen zehn Prozent Unqualifizierte, die es schon immer in den Schulen gebe; etwa Praktiker an den Berufsschulen oder Theolog:innen für den Religionsunterricht. „Das ist nichts Neues.“ Von einer Verlängerung der Studienzeit halte er angesichts des Fachkräfte mangels nichts, so der Minister weiter. Händeringend suchten die Schulen etwa IT-Fachkräfte, doch der Markt sei leergefegt. „Das Geld dafür ist da.“

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