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Nach einem heftigen Streit um den Namen „Lilibet“ kündigt die Queen einen harten Kurswechsel im britischen Königshaus an. (Archivbild)
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Sie war 2015 in Frankfurt: Queen Elisabeth II.

GUT GEBRÜLLT vom 21.8.2021

Hessen-Kolumne: Mehr 2015 wagen

Wir sind bereit für den Wahlkampf. Mit Respekt. Nie gab es mehr zu tun. Die Kolumne aus dem hessischen Landtag.

Man kann gegen das Jahr 2015 vieles einwenden, aber immerhin kam Queen Elisabeth nach Frankfurt, Darmstadt 98 stieg in die Bundesliga auf und die Frankfurter Sängerin Namika lieferte mit „Lieblingsmensch“ den Sommerhit des Jahres ab. Ja, einen echten Sommer gab es 2015 auch. Wäre doch nicht schlecht, wir könnten mehr 2015 wagen.

Klar, man kann auch Gründe dagegen finden. 2015 wurde mit dem Bau des Terminals 3 am Frankfurter Flughafen begonnen, die hessischen Beamtinnen und Beamten mussten eine Nullrunde schlucken und zur Eröffnung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt kamen Leute, die nur auf politisch verbrämte Randale aus waren. Das brauchen wir tatsächlich kein zweites Mal.

Slogan der CDU

Aber all das ist in diesem Bundestags-Wahlkampf gar nicht gemeint, wenn Unionspolitiker wie Armin Laschet oder Paul Ziemiak den Slogan aussprechen: „2015 darf sich nicht wiederholen“. Sie sind keine Gegner von Queen Elisabeth oder Darmstadt 98 und führen erst recht keine Kampagne gegen Flughafen-Erweiterungen oder Beamten-Nullrunden.

Die Unionspolitiker reden, offenkundig verängstigt, über Flüchtlingspolitik angesichts der politischen und menschlichen Tragödie in Afghanistan. Haben die Wahlkämpfer Angst davor, dass Deutschland wieder so schlecht auf die gestrandeten Menschen vorbereitet sein könnte und sie zeitweise in Zelten unterbringen müsste? Dass selbst die afghanischen Männer und Frauen, die für deutsche Organisationen ihr Leben riskiert haben, nirgendwo hin können?

Wohl kaum. Gemeint ist vielmehr: Nie wieder dürfen sich die Unionsparteien so schrecklich streiten wie 2015, als Kanzlerin Angela Merkel Flüchtlinge ins Land ließ, die große Teile der eigenen Parteigänger nicht im Land haben wollten. Denn Streit sieht nie gut aus in der Politik.

Plakate mit Nullbotschaften

So kleingeistig dieser Satz also ist, er birgt immerhin eine Botschaft. Ohne ihn wären wir längst eingeschlafen in diesem Wahlkampf, in dem uns Plakate mit Nullbotschaften behelligen. Wenn es ganz schlimm läuft, greifen die Fraktionen im hessischen Landtag die Slogans im Parlament auf. Dann beantragt die SPD eine Aktuelle Stunde „Respekt für Dich“, die FDP legt den Entschließungsantrag „Nie gab es mehr zu tun“ vor und die schwarz-grüne Landesregierung beantragt eine Regierungserklärung zum Thema „Gemeinsam für ein modernes Deutschland – Bereit, weil Ihr es seid“.

Ach, und übrigens: Im Jahr 2015 schlossen rund 190 Staaten in Paris ihren wegweisenden Pakt gegen die Klimaerwärmung. Es spricht daher nichts gegen eine Aktuelle Stunde mit dem Titel „Mehr 2015 wagen“.

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