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Ein Einfamilienhaus wird energetisch saniert.
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Ein Einfamilienhaus wird energetisch saniert.

Hessen

Hessen: Klimaschutz wird teuer.

Die notwendige Gebäudesanierung in Hessen kostet bis zu drei Milliarden Euro, stellt ein neues Gutachten fest. Die Wohnungswirtschaft hält sie trotzdem für notwendig.

Ein Sanierungsprogramm für Wohngebäude in Hessen, mit dem die Klimaziele erreicht werden könnten, würde Milliardensummen kosten – Jahr für Jahr. Das geht aus einem Gutachten des Regensburger Wirtschaftsprofessors Sven Bienert hervor, das er im Auftrag der hessischen Wohnungswirtschaft erarbeitet hat. Er kommt auf Kosten von bis zu drei Milliarden Euro.

Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie

Der hohe Betrag bedeutet allerdings aus Sicht der Wohnungsbauunternehmen keineswegs, dass auf energetische Sanierung verzichtet werden soll – im Gegenteil. „Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie“, betonte Axel Tausendpfund, Vorstand des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW Südwest), bei einem Pressegespräch am Donnerstag. „Klimaschutz hat seinen Preis.“ Ziel des VdW Südwest sei es, die notwendigen Schritte dafür zu gehen, ohne dass die Warmmiete der Mieterinnen und Mieter steige.

Nach Auffassung von Professor Bienert sollte die Sanierung bei den Siedlungsgebäuden der 50er und 60er sowie den Hochhäusern der 70er Jahre beginnen. Dort sei der Effekt für die Energieeinsparung am größten.

Doppelte Sanierungsquote

Als erforderlichen hessischen Beitrag zur Klimawende rechnete Gutachter Bienert mit der Sanierung von zwei Prozent des Wohnungsbestandes pro Jahr. Das wären rund doppelt so viele Sanierungen wie heute.

Als notwendigen Umfang der Sanierung setzte er den Standard 55 voraus, der bei Bundesförderungen durch die KfW-Bank angesetzt wird. Danach benötigen die Gebäude nur 55 Prozent der Energie, die ein Haus nach der Energieeinsparverordnung verbrauchen dürfte.

Bienert rechnete dies für alle Wohngebäude in Hessen aus und kam auf einen Betrag zwischen 1,3 und 3,1 Milliarden Euro jährlich. Wenn nur die Mietwohnungen berücksichtigt würden, gehe es um Summen zwischen gut 500 Millionen und 1,2 Milliarden Euro per anno.

Die erhebliche Spannbreite ergibt sich aus der Definition, welche Sanierungskosten ohnehin angefallen wären und welche nur für die energetische Sanierung auflaufen. Hier streiten die Fachleute, inwieweit etwa der Einbau neuer Fenster angerechnet wird, der auch ohne ein Programm zur energetischen Sanierung fällig gewesen wäre.

Hohe Förderlücke

Die bisherigen Förderprogramme reichen nach Darstellung des Regensburger Professors bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Allein für die Mietwohnungen bleibe eine Förderlücke von 430 Millionen Euro, für sämtliche Wohnungen mindestens 1,1 Milliarden Euro.

Dabei sind mögliche Preissteigerungen nicht berücksichtigt. Sie könnten nach Einschätzung des Experten entstehen, wenn die Nachfrage durch die zusätzliche Förderung erheblich anzieht.

Wirtschaft will Investitionen dritteln

Die Wohnungswirtschaft schlägt nach Tausendpfunds Worten vor, dass die Investitionen gedrittelt werden. Danach müsste ein Drittel von den Vermieterinnen und Vermietern aufgebracht werden und ein weiteres Drittel vom Staat. Das letzte Drittel müsste von Mieterinnen und Mietern getragen werden, deren Kaltmiete steigen würde.

Tausendpfund erwartet jedoch, dass die niedrigeren Energiekosten diesen Nachteil wieder ausgleichen könnten. Damit könne das Ziel einer Sanierung erreicht werden, bei der die Warmmiete unverändert bliebe.

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