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Kinder balancieren während eines Pressetermins auf dem Spielplatz einer Kindertagesstätte auf einem Brett.
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Balanceakt: Kinder in der Kita

Hessen

Hessen: Kita-Gipfel verlangt

Zu wenige Plätze, zu wenig Personal für die Kinderbetreuung in Hessen: Gewerkschaften und Linke dringen auf Besserung.

Die hessischen Städte und Landkreise haben ihr Angebot an Betreuungsplätzen für Kinder bis zu drei Jahren enorm gesteigert. Im Schnitt hat sich die Zahl der U3-Plätze innerhalb von zwölf Jahren in etwa verdoppelt. Das geht aus Zahlen der Landesregierung hervor, die sie auf Anfragen der Linken zusammengestellt hat. Trotzdem bestehe „für nicht mal ein Drittel der Kinder ein U3-Betreuungsangebot“, beklagt die Linken-Abgeordnete Christiane Böhm. Sie drang auf einen Kita-Gipfel.

Frankfurt an der Spitze

Das größte Angebot besteht in Frankfurt. Dort standen 2020 für 40,5 Prozent der Mädchen und Jungen bis drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung. Im Jahr 2008 waren es erst 20,3 Prozent gewesen – auch damit hatte Frankfurt seinerzeit schon hessenweit an der Spitze gelegen.

Kindergbetreuung in Hessen

Besser sieht es bei der Betreuung der Kindergartenkinder aus. Für fast 95 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen stehen landesweit Plätze zur Verfügung. Im Kreis Kassel ist die Quote mit 98 Prozent hessenweit am höchsten, in der Stadt Kassel mit 87 Prozent am niedriegsten.

8400 Fachkräfte fehlen

Für den Ausbau des Angebots fehlt es an Personal. Schon der jetzige Stand ist unzureichend. Das wird in einer Umfrage deutlich, die von der Gewerkschaft Verdi veröffentlicht wurde. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fulda die Kita-Beschäftigten gefragt, wie viele Fachkräfte in ihrem Team fehlen, um pädagogische Arbeit so leisten zu können, wie es den Bildungsplänen entsprechen würde. Das Ergebnis: 8400 Fachkräfte fehlen in Hessen, perspektivisch mangelt es bis zum Jahr 2030 an 27 000 Fachkräften.

Zu ähnlichen Zahlen kam in dieser Woche die Bertelsmann-Stiftung. Verdi und die Linke schlugen einen hessischen Kita-Gipfel vor. Es sei „nicht ausreichend, wenn die Landesregierung sich aus der Verantwortung zu stehlen versuche, indem sie mit dem Finger auf die Kommunen zeige“, urteilte die Abgeordnete Böhm.

Kita-Gipfel soll Plan erarbeiten

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Kristin Ideler schlug vor, bei dem Kita-Gipfel mit allen Beteiligten „einen verbindlichen Stufenplan zu erarbeiten, „wie wir durch professionelle Arbeitsbedingungen mehr Fachkräfte im Beruf halten, mehr bezahlten Ausbildungsplätze schaffen sowie ein gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld in Kitas gestalten“. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Birgit Koch, forderte das Land dazu auf, Geld für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen zur Verfügung zu stellen. Die Kommunen dürften „auf keinen Fall mit ihren krisenbedingten Einnahmeausfällen im Regen stehen gelassen werden“.

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