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Hessen: Kampagne gegen Diskriminierung

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Von: Jutta Rippegather

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Jennifer Owusu (Mitte) und die Tanzgruppe Afrotude Christoph Oetzmann
Jennifer Owusu (Mitte) und die Tanzgruppe Afrotude Christoph Oetzmann © Christoph Oetzmann

Ein Projekt des Sozialministeriums soll Menschen und ihr Engagement sichtbar machen. Angelegt ist es auf zwei Jahre.

Sie soll die Bevölkerung für verschiedene Formen von Diskriminierung sensibilisieren, Ausgrenzung vorbeugen, Hilfsangebote bekanntmachen und Orte des Engagements sichtbar. „Da geht noch was“ heißt die Kampagne, die Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Grüne) am Mittwoch im Staatstheater Darmstadt vorgestellt hat. Das Staatstheater sei ein solcher „Kraftort“, an dem junge Menschen mit Rassismuserfahrungen in ihrer Identität bestärkt werden, sagte Klose zum Start von Hessens erster Antidiskriminierungskampagne. Die Tänzer:innen des Vereins Kalo Yelen gehen dort auf die Bühne und thematisieren Identität, Ausgrenzung, Tradition, Dialog.

Die Kampagne soll auf eine Reise führen und zeigen, „was in Hessen geht, was gar nicht geht und was in unserem Bundesland noch besser gehen kann“, sagte der Minister. Antidiskriminierungsarbeit sei ein kontinuierlicher Prozess.

Auf zwei Jahre angelegt

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. In dieser Zeit sollen regelmäßig neue Videos und Audios mit den Geschichten und Erfahrungen von Betroffenen veröffentlicht sowie hessische Orte des Engagements vorgestellt werden. Eine landesweit kostenfreie Fortbildung gegen Diskriminierung im nächsten April ist ebenfalls Teil des Projekts, dessen Inhalte unter Einbeziehen von Fachleuten sowie von Diskriminierung Betroffener entstanden ist.

Engagierte sichtbar machen

Bereits jetzt setzten sich sehr viele Hess:innen gegen Diskriminierung und für eine vielfältige Gesellschaft ein, sagte Klose. Die Menschen sollten sichtbar gemacht werden, die sich in den regionalen Antidiskriminierungs-netzwerken und Stellen für Antidiskriminierungsberatung sowie miteinander vernetzten Organisationen engagieren. Die Notwendigkeit einer solchen Kampagne bestätige eine repräsentative Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2017. Rund ein Drittel der Befragten gab an, in Deutschland Diskriminierung erlebt zu haben. Klose zufolge wenden sich täglich Betroffene an die Antidiskriminierungsberatungsstellen und die Antidiskriminierungsstelle des Landes. Doch trotz der gravierenden Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit wehrten sich nicht alle oder gingen gar juristische Schritte. Die hessische Vielfalts- und Antidiskriminierungspolitik verfolge einen breiten Ansatz, „um die Bedarfe, Anliegen und Erfahrungen diskriminierter Menschen sichtbar zu machen, Handlungsoptionen zu entwickeln und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen“.

Der Vorsitzenden der Linksfraktion im Landtag, Elisabeth Kula, reicht Sichtbarmachen nicht aus. „Wir fordern auskömmlich und nachhaltig finanzierte, flächendeckende Beratungsstrukturen zur Unterstützung von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen.“ Auch fehle es an einer Gesetzesgrundlage, um Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen ahnden zu können.

https://da-geht-noch-was.hessen.de

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