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Hessen kämpft mit Beratung gegen Hass und Unsicherheit

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Von: Peter Hanack

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Digitale Medien im Unterricht sind in Europa mittlerweile weit verbreitet.
Digitale Medien im Unterricht sind in Europa mittlerweile weit verbreitet. © Britta Pedersen/dpa

Eine neue Beratungsstelle des hessischen Kultusministeriums bietet Hilfe beim Umgang mit digitalen Medien. Doch das Angebot wird bislang nur wenig genutzt.

Der Umgang mit digitalen Medien ist längst nicht nur eine technische Herausforderung: Wie soll man auf Hassreden oder Mobbing im Netz reagieren, wie kann man Fake News erkennen, und wie viel Zeit sollten Kinder und Jugendliche online verbringen? Eine Beratungsstelle des Landes will Lehrkräften, Eltern sowie Schülern und Schülerinnen auf solche Fragen Antworten geben. Aber noch ist sie offenbar kaum bekannt.

Mit Beginn des laufenden Schuljahres hat die Beratungsstelle Jugend und Medien Hessen ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll Hilfe- und Ratsuchenden unmittelbar weiterhelfen, geeignete Ansprechpartner:innen vermitteln und die vielfältigen Angebote des Landes zur Medienbildung bündeln und vernetzen.

Hetze gegen Jugendliche

„Mitunter braucht es eine ganz praktische Anleitung dazu, wie Eltern bestimmte Angebote für Kinder einschränken können, oder wie eine Lehrkraft damit umgehen kann, wenn im Internet gegen einen Schüler oder eine Schülerin gehetzt wird“, erklärte Digitalministerin Kristina Sinemus am Montag die Aufgabe der Beratungsstelle. Diese biete ein niedrigschwelliges Angebot für eine Erstberatung.

Erreichbar sind die Mitarbeitenden per E-Mail oder über eine telefonische Hotline, die 24 Stunden pro Woche geschaltet ist. Doch in den vergangenen drei Monaten haben dort nach eigenen Angaben gerade einmal 80 Ratsuchende angerufen.

Beratung und Hilfe

Die Beratungsstelle „Jugend und Medien“ ist dem Hessischen Kultusministerium angegliedert. Sie bietet Rat und Hilfe beim Umgang mit digitalen Medien.

Erreichbar ist die Beratungsstelle per Telefon montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr (0611/368 6300) oder unter jum.hessen.de pgh

Das seien ganz klar Anlaufschwierigkeiten, sagte Kultusminister Alexander Lorz. Er sei überzeugt, dass es in Zukunft deutlich mehr würden. Um dies zu erreichen, müsse die Beratungsstelle bekannter werden. So hat das Ministerium bereits in seinem Newsletter an die Eltern auf das neue Angebot hingewiesen, auch die Lehrkräfte erhielten die Informationen über die Erreichbarkeit und die Angebote der Beratungsstelle über ihre dienstliche Mail-Adresse. Um sie bekannter zu machen, warben Sinemus und Lorz (beide CDU) am Montag in der gemeinsamen Pressekonferenz für das Hilfsangebot. Dass dafür grundsätzlich Bedarf bestehe, erscheine nicht zweifelhaft.

Etwa die Hälfte der bisherigen Anfragen sei von Eltern gekommen, berichtete Roland Unger, je ein Viertel von Lehrkräften und Schüler:innen. Der Medienpädagoge bildet gemeinsam mit der ehemaligen Grundschullehrerin und ausgebildeten Verlagskauffrau Jasmin Kraft das Team der Beratungsstelle.

Digitale Elternabende

Bei den Lehrkräften stehe häufig der Jugendmedienschutz im Vordergrund: Eltern fragten nach angemessenen Nutzungszeiten und Regeln für den Umgang mit den so genannten Sozialen Medien, bei Schülern und Schülerinnen bestehe oft Aufklärungsbedarf über die Verwendung eigener oder fremder Bilder im Netz.

Nächstes Jahr soll vor allem die Vernetzung mit anderen Anbietern voran getrieben werden. Auch sollten Informationsveranstaltungen in den Regionen sowie digitale Elternabende die Beratungsstelle bekannter machen.

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