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Vereint im Widerstand gegen die Startbahn West: das Hüttendorf im Sommer 1981.
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Vereint im Widerstand gegen die Startbahn West: das Hüttendorf im Sommer 1981.

Hessen

Hessen: Jahrzehntelanger Kampf gegen Fluglärm

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Die Interessengemeinschaft löst sich nach 57 Jahren auf . Jetzt müssen Umweltverbände und Fridays for Future übernehmen, sagt Dirk Treber.

Die Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms Rhein-Main hat sich aufgelöst. Damit endet eine Ära im Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Der Verein wurde vor 57 Jahren auf Initiative von Pfarrer Kurt Oeser in Mörfelden gegründet. In seiner Anfangsphase zählte er mehr als 10 000 Mitglieder. Ex-Vorstandsmitglied Dirk Treber setzt seine Hoffnung jetzt auf die bestehenden Umweltverbände sowie die Fridays-for-Future-Bewegung. Sie müssten sich stärker vernetzen.

Wie Treber am Dienstag mitteilte, war kein Mitglied bereit, für den neuen Vorstand zu kandidieren. Er und seine ebenfalls engagierte Ehefrau Wilma Frühwacht-Treber möchten sich zurückziehen. Sie werden im Spätherbst ihren Lebensmittelpunkt von Mörfelden-Walldorf auf die Ostseeinsel Usedom verlegen.

Die Interessengemeinschaft war laut Treber die bundesweit älteste deutsche Fluglärmschutzvereinigung. Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern diverser nationaler und internationaler Organisation - darunter der Europäischen Vereinigung gegen die schädlichen Auswirkungen des Luftverkehrs und der Alliance Internationale contre le Bruit in Genf. Im Vorfeld des Baus der Landebahn Nordwest 1998 hatte die Interessengemeinschaft im Jahr 1998 das Bündnis der Bürgerinitiativen mitinitiiert. Sie hat sich an mehr als 250 Montagsdemonstrationen und mehr als 50 Mahnwachen im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens sowie an zahlreichen anderen Protestaktionen beteiligt.

Wie Treber berichtet, hat das bürgerschaftliche Engagement gegen die Auswirkungen des Flughafenausbaus in den vergangenen Jahren zunehmend nachgelassen. Gründe seien das fortschreitende Alter vieler Mitglieder, gesundheitliche Einschränkungen, die Corona-Pandemie sowie veränderte Protest- und Aktionsformen. Eigentlich wäre jetzt ein guter Punkt für einen Neubeginn: Der Rückgang der Flugbewegungen auf das Niveau der 80er Jahre in der Pandemie sei eine Chance, alle bisherigen Globalisierungsstrategien und Mobilitätsbedürfnisse zu überprüfen und stattdessen Klimaschutzschritte weiterzuentwickeln und zügig umzusetzen. Dazu gebe es allerdings bisher wenig ermutigende Signale aus Politik und Wirtschaft.

Um zukünftig im Kampf für Schutz vor Klimawandel, Fluglärm-, Schadstoff- und Umweltbelastungen erfolgreich zu sein, sei eine stärkere Kooperation aller Initiativen erforderlich. „Der bevorstehende Bundestagswahlkampf sollte genutzt werden, um durch politischen und gesellschaftlichen Druck für mehr Klimaschutz und Lebensqualität zu sorgen.“

Protest 1982: Sonntags traf man sich an der Startbahnmauer.

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