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Gebaut wird noch kräftig in Hessen. Doch hohe Preise für Baumaterial und Lieferengpässen führen mancherorts zu Verzögerungen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Gebaut wird noch kräftig in Hessen. Doch hohe Preise für Baumaterial und Lieferengpässen führen mancherorts zu Verzögerungen.

Wohnungsbau

Hessen: Investoren fordern mehr Bauland

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Wohnungsunternehmen in Hessen klagen über hohe Materialkosten und steigende Regulierung. Nichts halten sie etwa von der geplanten Verschärfung der Vorgaben in Frankfurt.

Die Landespolitik verkennt nach Ansicht des Landesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) die Rolle privater Bauherren und privater Wohnungsbaugesellschaften für den Wohnungsbau. Dabei gingen nach Zahlen des Statistischen Landesamts, die der Verband am Mittwoch präsentierte, im Jahr 2020 etwa 88 Prozent der Baugenehmigungen in Hessen auf private Investoren zurück. Danach schaffen private Haushalte mit 45 Prozent sogar mehr Wohnraum als private Unternehmen, also etwa Projektentwickler oder auch Genossenschaften.

„Die privaten Unternehmen könnten noch deutlich mehr bauen, wenn die Baulandentwicklung beschleunigt würde“, sagt Gerald Lipka, Geschäftsführer des BFW-Landesverbands Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland. Er fordert zudem schnellere Genehmigungsverfahren für den Wohnungsbau und weniger Regulierungen. Nur ein größeres Angebot an Wohnungen könne den Preisanstieg dämpfen.

Baugenehmigungen

Der Bau von 29 707 Wohnungen ist im vergangenen Jahr in Hessen genehmigt worden. Das ist ein Minus von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Bundesweit ist die Zahl der Baugenehmigungen dagegen um 2,2 Prozent gestiegen.

Der Bauüberhang stieg in Hessen sehr stark an. Für 61 797 Wohnungen gibt es eine Baugenehmigung. Ihr Bau hat aber noch nicht begonnen oder ist noch nicht fertig. cm

Schärfere Vorgaben, wie sie etwa die neue Frankfurter Koalition von Grünen, SPD, FDP und Volt im städtischen Baulandbeschluss festschreiben will, könnten nach Ansicht des Verbands, dem überwiegend Bauträger und Projektentwickler angehören, dagegen zu weniger Bautätigkeit führen. Ihm hätten schon Unternehmen berichtet, dass sie zu diesen Bedingungen angesichts der hohen Grundstückspreise in Frankfurt nicht mehr wirtschaftlich bauen könnten, sagt Lipka.

Der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, der Unternehmen mit einem Bestand von zusammen mehr als 400 000 Wohnungen vertritt, äußert sich etwas weniger ablehnend. Dieser begrüßt in einer Mitteilung grundsätzlich, dass in Frankfurt mehr geförderte Wohnungen entstehen sollen, fordert dabei aber „Quoten mit Augenmaß“.

Preise für Holz, Stahl und Dämmstoff steigen stark an

Die Wohnungswirtschaft hat sich in der Corona-Krise bisher als sehr stabil erwiesen. Die Nachfrage nach Wohnraum ist weiter sehr hoch. Auch gebaut wird kräftig. Bundesweit lag die Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2020 sogar höher als im Vorjahr. Doch nun trübt sich die Baukonjunktur, wie Dieter Rebitzer, Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, berichtet, etwas ein. Das habe mit den steigenden Baupreisen zu tun. Diese hätten sich schon im vergangenen Jahr überproportional erhöht – und nun habe sich der Preisanstieg beim Baumaterial verschärft.

Für Holz, Stahl und Dämmstoff seien die Preise zuletzt regelrecht explodiert, teilweise um mehr als 50 Prozent gestiegen, sagt Lipka. Diese höheren Kosten und Lieferengpässe führten zu Bauverzögerungen und weiter steigenden Gesamtkosten für Bauprojekte. Mit solchen Lieferengpässen könnte laut Lipka auch zu erklären sein, dass der Auftragseingang in der Wohnbaubranche zu Jahresbeginn deutlich gesunken ist.

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