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In die Berge, an den See: Wanderfahrten ins Grüne sind derzeit eher angesagt als Städtetrips. Aber die Schulen dürfen auch dort kaum mehr hin.
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In die Berge, an den See: Wanderfahrten ins Grüne sind derzeit eher angesagt als Städtetrips. Aber die Schulen dürfen auch dort kaum mehr hin.

Schulen und Corona

Hessen: Ins Freibad statt zur Klassenfahrt

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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In Hessen müssen die Schulen Klassenfahrten bei einer Inzidenz von über 100 absagen. Die Kinder sind enttäuscht, die Eltern empört.

Das Schuljahr begann für Elias (Name geändert) mit einer herben Enttäuschung. Die Klassenfahrt ins Allgäu, eigentlich für den gestrigen Montag geplant, wurde abgesagt. Die Inzidenz im Kreis Offenbach, in dem der Elfjährige die Schule besucht, liegt seit mehr als drei Tagen über 100.

Ein Erlass des Kultusministeriums regelt, dass bei einer Inzidenz über 100 – entweder im Zielgebiet oder im Herkunftsort – Klassenfahrten nicht stattfinden dürfen. Bei vielen Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen hat das für reichlich Ärger gesorgt. Nicht nur in Stadt und Kreis Offenbach, sondern auch in Frankfurt und zahlreichen anderen Schulamtsbezirken in Hessen, in denen die kritische Marke in den vergangenen Tagen überschritten worden ist.

„Am Donnerstag kam die Absage“, berichtet Elias Mutter immer noch hörbar empört. „Dabei sollte es ins Grüne gehen, nach Füssen, zum Klettern und Wandern“, erzählt sie. Die Ansteckungsgefahr dort sei bestimmt nicht größer als im normalen Schulbetrieb, ist sie überzeugt.

REGELN

Schulfahrten dürfen seit Ende der Sommerferien grundsätzlich stattfinden - im Unterschied zum vorangegangenen Schuljahr. Klassenfahrten ins Ausland sind untersagt. Gebucht werden darf nur, wenn kostenfrei storniert werden kann.

Steigt der Inzidenzwert im Zielgebiet oder dem Ausgangsort der Fahrt (also dem Sitz der Schule) an drei aufeinander folgenden Tagen auf mehr als 100, sind Klassenfahrten nicht zulässig.

Die Regelung gilt bis Ende des ersten Schulhalbjahres, also Ende Januar. Das Kultusministerium hat allerdings angekündigt, dass sie bald geändert werden soll. Die Inzidenz von 100 soll dann nicht mehr maßgeblich sein. pgh

Ähnlich sieht es eine Mutter, deren Sohn die Uhlandschule im Frankfurter Ostend besucht und der nächsten Montag in das Frankfurter Ferienheim Wegscheide im Spessart fahren soll. Auch diese Klassenfahrt muss voraussichtlich ins Wasser fallen. Wieder mal gehe alles zu Lasten der Kinder, schimpft sie und verweist auf den Profifußball, wo 25 000 Fans ins Waldstadion kommen dürften und sogar die Dippemess gefeiert werde. Das sei einfach „unfair“.

Man müsse doch unterscheiden, ob eine Fahrt ins Londoner Nachtleben oder in den Wald gehen solle, sagt auch eine Grundschullehrerin aus dem Main-Taunus-Kreis, deren Wanderwoche wohl flachfällt. Alle wären am Montagmorgen getestet in den Bus gestiegen, hätten während der Ausflugswoche kaum Kontakte zu anderen gehabt, erzählt sie.

Keine schnelle Lösung

Ein Sprecher des Kultusministeriums macht auf Anfrage wenig Hoffnung, dass die geltende Regelung in den nächsten Tagen gekippt wird und wenigstens die für nächste Woche geplanten Fahrten stattfinden könnten. Zwar soll der Erlass so verändert werden, dass nicht mehr (nur) die Inzidenz ausschlaggebend wäre. Was aber stattdessen gelten soll, sei noch unklar. Zudem wolle man im Ministerium auch die neue Landesverordnung abwarten, die das Kabinett für Anfang nächster Woche angekündigt hat.

Für Elias ist es ohnehin zu spät, das Allgäu in weiter Ferne. Er geht diese Woche stattdessen mit seiner Klasse ins Freibad.

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