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Hessen

Hessen: Initiative in Großkrotzenburg fordert Parteien mit Erfolg heraus

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Politiker im hessischen Großkrotzenburg bei Hanau konkurrierten bei der Kommunalwahl mit den eigenen Parteifreunden. Die SPD greift durch, die CDU bisher nicht

Es war ein Erfolg, der die etablierten Parteien schmerzte: Bei der Kommunalwahl ist eine neue Gruppierung, die „Initiative zukunftssicheres Großkrotzenburg“, auf Anhieb zur stärksten Kraft in der Main-Kinzig-Gemeinde geworden – mit mehr als 33 Prozent der Stimmen. Das dürfte auch daran gelegen haben, dass bekannte Politiker auf der Liste standen, etwa der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Aloys Lenz oder der ehemalige SPD-Gemeindevertreter Hans Kunkel. Der Vorsitzende der Initiative, Marcus Rosen, war einst Vorsitzender der örtlichen SPD und ihr Bürgermeisterkandidat.

Das stellt ein Problem für die beiden Parteien dar, denn die Initiative war gegen ihre Listen angetreten. Das gilt nach den Satzungen von CDU und SPD als parteischädigend und unvereinbar mit der Mitgliedschaft. Damit gehen Sozial- und Christdemokraten allerdings unterschiedlich um. Der 71-jährige Kunkel wurde im Februar aus der SPD ausgeschlossen, wie er der FR berichtete – nach mehr als 48 Jahren Mitgliedschaft. Der 36-jährige Rosen trat im August aus der SPD aus, um einem Parteiausschluss zuvorzukommen.

Initiative mit Erfolg

In Großkrotzenburg wurde die „Initiative zukunftssicheres Großkrotzenburg“ mit 33,2 Prozent stärkste Kraft. Sie will keine Koalition mit CDU, SPD oder anderen eingehen. Ihr Ziel sei es, für ihre Ziele Mehrheiten zu gewinnen – durchaus mit unterschiedlichen Partnern. So erwägt die Initiative, dass sich das finanziell darbende Großkrotzenburg der großen Nachbarstadt Hanau anschließt. Die von ihr geforderte Machbarkeitsstudie steht bislang noch aus. pit

Der 77 Jahre alte Lenz ist dagegen nach eigenen Angaben weiterhin CDU-Mitglied und will es auch bleiben. Er habe allerdings seinen Ortsverband verlassen und sei zur CDU in Erlensee gewechselt. In diesem Jahr stehe seine 50-jährige Parteimitgliedschaft an, sagt der frühere Kreis-chef der Union. „Ende des Jahres erwarte ich die Urkunde von der Kreisvorsitzenden persönlich, wie dies bei jedem früheren Abgeordneten üblich ist.“

Noch ist ungewiss, wie die Christdemokraten mit dem Großkrotzenburger Parteifreund umgehen, der zum Fraktionschef der Initiative im Gemeinderat gewählt wurde. Die Vorsitzende der CDU im Main-Kinzig-Kreis, die Bundestagsabgeordnete Katja Leikert, sagte der FR auf Anfrage, der Kreisvorstand habe sich noch nicht mit der Frage beschäftigt. „Ob und inwiefern wir uns mit dem Mitglied Aloys Lenz befassen, werden wir zu gegebenem Zeitpunkt entscheiden. Wenige Wochen nach der Kommunalwahl sind wir in den Städten und Gemeinden dabei, unsere Fraktionen für die nächsten Jahre aufzustellen“, sagte Leikert. Auf Kreisebene liefen die Sondierungsgespräche für eine mögliche Koalition. Zudem beschäftigt eine überraschende Personalie die Main-Kinzig-CDU: Vorige Woche hatte die neue Kreistagsfraktion nicht ihren langjährigen Vorsitzenden Michael Reul wiedergewählt, sondern seinen Herausforderer Heiko Kasseckert.

Aloys Lenz rechnet nicht damit, dass seine Kandidatur gegen die örtliche CDU negative Konsequenzen für ihn hat. „Bei der CDU des Main-Kinzig-Kreises ist es üblich, dass nichts passiert. Das war schon in Bruchköbel so, wo zwei CDU-Mitglieder gegen den CDU-Kandidaten für die Bürgermeisterwahl angetreten sind“, erinnert sich Lenz.

Auch die Ex-SPD-Politiker Kunkel und Rosen wären gerne in ihrer früheren Partei geblieben. Ihr Agieren richte sich nur gegen die lokalen Sozialdemokraten, nicht gegen die Linie der SPD auf Landes- oder Bundesebene, erläutern beide. „Ich bin jetzt ein Sozialdemokrat ohne Parteibuch“, sagt Kunkel.

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