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Hessen: Ines Claus in der CDU im Aufwind

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Von: Pitt von Bebenburg

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Ines Claus setzt ihren Aufstieg fort.
Ines Claus setzt ihren Aufstieg fort. © Monika Müller

Die hessische CDU-Fraktionschefin Ines Claus setzt ihren rasanten Aufstieg fort. Sie zieht ins Bundespräsidium ihrer Partei ein. Parteifreundin Bettina Wiesmann muss eine Niederlage einstecken.

Karrieresprung für die hessische CDU-Fraktionschefin Ines Claus, Niederlage für die Frankfurter Christdemokratin Bettina Wiesmann: Der digitale Bundesparteitag der CDU hat am Samstag Signale für die personelle Neuaufstellung der Partei auch in Hessen gegeben.

Dabei startet die 44-jährige Ines Claus durch. Die Juristin aus Bischofsheim im Kreis Groß-Gerau zog mit 687 Stimmen der 1001 Delegierten klar ins Präsidium der Bundes-CDU ein, das höchste Führungsgremium der Partei. Sie erzielte das viertbeste Ergebnis unter den acht Bewerber:innen für die sieben Plätze. Damit lag sie etwa deutlich vor Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn, der es mit 575 Stimmen noch ins Präsidium schaffte, und vor der Vorsitzenden der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, die mit 434 Stimmen ausschied.

Ines Claus, verheiratet und Mutter von drei Kindern, gehört erst seit 2019 dem Hessischen Landtag an. Bereits 2020 wurde sie überraschend zur Fraktionsvorsitzenden der CDU im Landesparlament gewählt.

Alle Kandidat:innen hatten sich in kurzen Videos den Delegierten vorgestellt. Claus setzte dabei auf einen professionell gemachten Film mit Wohlfühlmusik, der sie immer lächelnd im Landtag und im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern zeigte.

Wahl-Ergebnisse

Ines Claus wurde mit 687 Stimmen zum Präsidiumsmitglied der Bundes-CDU gewählt. Das waren nach Rechnung der CDU, die Enthaltungen nicht berücksichtigt, 71,94 Prozent der gültigen Voten.

Im CDU-Bundesvorstand bestätigt wurden Stefan Heck (63,89 Prozent), Peter Beuth (62,85) und Lucia Puttrich (62,23). Bettina Wiesmann (32 Prozent) verfehlte hingegen ihr Ziel, dort einzuziehen. pit

Darin stellte sie sich vor als Frau, die „aus der kirchlichen Jugendarbeit“ komme, sich in Vereinen und Ortsbeiräten engagiert habe und Kraft aus der Familie ziehe. „Nur wir haben ein klares Fundament, aus dem wir unsere Politik für heute und morgen machen“, sagte sie und behauptete, „wo die Union regiert, geht es den Menschen besser“.

Der hessische CDU-Vorsitzende Volker Bouffier sprach von einem „klasse Ergebnis“ für Ines Claus und von einem „echten Neustart“ für die CDU, die Friedrich Merz zu ihrem neuen Bundesvorsitzenden gewählt hatte. Der 70-jährige Bouffier hatte nicht mehr für einen der fünf Stellvertreterposten kandidiert. Er wird dem Präsidium aber in seiner Funktion als Ministerpräsident weiter angehören.

Als Fehlschlag erwies sich der Versuch der ehemaligen Landtags- und Bundestagsabgeordneten Bettina Wiesmann (55) aus Frankfurt, als Beisitzerin in den Vorstand der Bundes-CDU einzuziehen, das erweiterte Führungsgremium der Partei. Wiesmann erzielte mit rund 32 Prozent das viertschlechteste Ergebnis der 39 Kandidat:innen für 26 Plätze. Wiesmann hatte in ihrer Bewerbung gesagt, sie wolle sich „für eine tragfähige Klimapolitik, für einen erneuerten Generationenvertrag, für Sicherheit im Netz und für eine bessere Beteiligung an der Demokratie“ einsetzen.

Erfolgreich waren dagegen die Kandidaturen des hessischen Bundestagsabgeordneten Stefan Heck, des Innenministers Peter Beuth und der Europaministerin Lucia Puttrich für Sitze im Vorstand. Das beste Ergebnis erzielte Heck, der die neue Bundesregierung auf dem Feld der Innenpolitik scharf angegriffen hatte. „Die Ampel will eine ungesteuerte Migration in unsere sozialen Sicherungssysteme. Die Ampel will Drogen legalisieren, und die Ampel will eine Kultur des Misstrauens gegenüber unseren tüchtigen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten etablieren“, behauptete er. Darauf brauche es „klare bürgerliche Antworten“.

Siehe nebenstehenden Kommentar und weiteren Bericht auf Seite 6

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