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Schule

Hessen: Hohe Hürden für Home-Sport im Kreis Fulda

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Auflagen zur Aufsicht und Haftung erschweren den Distanzunterricht. Nun haben die Lehrkräfte ihre Angebote eingestellt.

Dass Kinder und Jugendliche sich in der Corona-Pandemie viel zu wenig bewegen, zu viel essen und zu viel Zeit mit Handy und Computer verbringen, ist allgemein bekannt. Im Landkreis Fulda sind nun die Bemühungen von Sportlehrer:innen, dem Bewegungsmangel etwas entgegenzusetzen, ausgebremst worden.

„Wir geben uns wirklich Mühe, wenigstens etwas Bewegung in den Alltag zu bringen“, erzählt eine Lehrerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, weil sie Repressalien fürchtet. „Deshalb haben wir unseren Schülerinnen und Schülern regelmäßig per Video Aufgaben gestellt.“ Sie sollten sich selbst Jonglierbälle basteln und damit Jonglieren, mit einem Kleiderbügel einen Ball hinter den Beinen durchschieben und auf ein imaginäres Tor schießen oder einfach Kniebeugen und Ausfallschritte üben.

Doch damit ist jetzt Schluss. „Es gibt neue Anweisungen vom Schulamt, die das nahezu unmöglich machen“, klagt die Lehrerin, die an einer der Schulen des Landkreises unterrichtet.

Es geht um eine juristische Stellungnahme des Staatlichen Schulamts und der für die Versicherung der öffentlichen Hand zuständigen Unfallkasse Hessen, die den Lehrkräften schriftlich zugegangen ist. Darin wird gefordert, dass die Lehrer:innen präzise Anweisungen zur Ausführung von Übungen geben, Hinweise zu möglichen Sicherheitsvorkehrungen erteilen und die Ausführung kontrollieren. Dazu sollen sie – bis Jahrgangsstufe 8 – die Schüler und Schülerinnen während der Übungen kontinuierlich beobachten und gegebenenfalls korrigieren.

„Das ist gar nicht möglich“, sagt dazu ein Sportlehrer aus dem Kreis, der ebenfalls nicht genannt werden will. Die ständige Überwachung per Video scheitere allein schon daran, dass die Schüler gehalten seien, nicht alle gleichzeitig ein Video zu streamen, weil sonst die Datenleitung überlastet sein könnten. „Zudem ist niemand verpflichtet, seine Kamera einzuschalten“, berichtet der Lehrer. „Wie sollen wir also sicherstellen, dass eine kontinuierliche Überwachung funktioniert?“ Unter diesen Bedingungen sei Sportunterricht auf Distanz nicht möglich, folgert er. Und so habe er das seinen Schülerinnen und Schülern auch geschrieben.

Auch die Lehrerin hat ihre Angebote vorerst eingestellt. „Wir können Bewegung anregen, aber wir können sie auf Distanz nicht permanent überwachen“, sagt auch sie. Zudem hätten ihre Schülerinnen und Schüler bisher die Übungen über den Tag verteilt machen können. „Wann sie eben Zeit und Lust dazu hatten.“ Sei das jetzt nicht mehr möglich, würden sich viele wohl kaum mehr richtig bewegen.

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