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Husten kann ein Hinweis für Lungenkrebs sein - oft wird die Krankheit allerdings zu spät erkannt. 
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Husten kann ein Hinweis für Lungenkrebs sein - oft wird die Krankheit allerdings zu spät erkannt. 

Hessen

Hessen hilft bei Radon-Gefahr

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Radioaktives Gas kann zu Gesundheitsschäden führen - doch die Konzentration kann sich von Haus zu Haus unterscheiden. Ein neues Expertenzentrum in Hessen gibt Empfehlungen.

Es ist geruchlos und unsichtbar, kann aber gesundheitliche Schäden anrichten: das radioaktive Gas Radon, das aus dem Erdboden austritt und insbesondere in Kellerräumen vorkommt. Das dauerhafte Einatmen dieses Gases sei nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs, sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Freitag.

Deshalb lässt die Hessische Landesregierung an dem Thema forschen. Sie hat in diesem Jahr das Hessische Radonzentrum in Gießen eingerichtet, das an der Technischen Hochschule Mittelhessen angesiedelt wurde. Es steht mit Rat zur Verfügung, wenn sich Menschen über das Thema informieren wollen.

Hinz hatte zur Pressekonferenz eine „gute Nachricht für Hessen“ mitgebracht. Die durchschnittlichen Werte seien in allen Landesteilen so niedrig, dass kein Radon-Vorsorgegebiet eingerichtet werden müsse. Dort hätten vom nächsten Jahr an besondere Vorsichtsmaßnahmen gegriffen.

Beratung

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das überall vorkommt. Man kann es nicht sehen, riechen oder schmecken. Wer ihm in hoher Konzentration oder über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, kann gesundheitlich Schaden nehmen. Kellerräume und nicht unterkellerte Flächen haben oft die höchste Konzentration an Radon.

Rat gibt das Hessische Radonzentrum an der Technischen Hochschule Mittelhessen: Telefon 0641 - 30 92 44 0 oder Mail an radon@thm.de. pit

Doch das bedeutet keine generelle Entwarnung, wie der Leiter des Radonzentrums, Till Kuske, erläuterte. Die Radonkonzentration könne an einzelnen Punkten mit einer „geologischen Verwerfung“ sehr viel höher liegen als direkt nebenan. Deswegen könne die Radonkonzentration in einem Haus sich enorm von der im Nachbarhaus unterscheiden.

Klarheit schaffe nur eine Messung vor Ort. Wer Gewissheit haben wolle, müsse ein Exposimeter aufstellen, das es für weniger als 50 Euro zu kaufen gebe. Zwölf Monate lang solle es im Keller aufgestellt und dann ausgewertet werden. „Wer Sorgen und Zweifel hat oder wer es einfach mal wissen will, der kann so etwas bestellen“, sagte Hinz. In jedem Fall helfe stoßweises Lüften, um die Radonkonzentration zu senken. Bei zu hohen Konzentrationen sei auch das Abdichten von Fugen und Rissen in Böden nützlich.

Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz gibt es vor allem in Bayern, Sachsen und Thüringen Gebiete mit höherer Radonkonzentration. In Hessen liegen laut dem Radonzentrum in Gießen alle Landkreise und kreisfreien Städte deutlich unter dem Grenzwert von 300 Bequerel pro Kubikmeter Luft. Keines der Gebiete weise einen Wert von mehr als 44 Bequerel auf.

Jetzt wollen es die Fachleute noch genauer wissen. Sie streben an, bis 2020 auch für kleinere Gebiete die Radonbelastung angeben zu können.

Das Radonzentrum will seine Dienste nicht nur Privatleuten zur Verfügung stellen, sondern auch Architekt:innen und anderen Fachleute aus den Bereichen Bauen, Wohnen und Gesundheitswesen. Man vermittle gerne Ingenieur- und Messbüros, erklärte Kuske.

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