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Hessen: Hilfe bei der Pflegeheimsuche

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Von: Jutta Rippegather

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Pflege kostet Kraft. dpa
Pflege kostet Kraft. dpa © dpa

Der Navigator der AOK bietet eine Übersicht über Qualität und Kosten. Detailliert und von jeder einzelnen Einrichtung.

Häusliche Pflege ist fordernd, weil die Großmutter rund um die Uhr Betreuung benötigt, der betagte Vater professionelle Pflege. Manchmal reichen schon ein paar Wochen aus, um neue Kräfte zu sammeln. Manchmal bleibt als einzige Lösung ein Platz in einer Einrichtung. Doch welche ist die richtige? Entscheidungshilfe bietet der Pflegenavigator der AOK Hessen.

In ihn sind 95 Prozent der Prüfergebnisse des Medizinischen Dienstes (MD) eingeflossen. Der MD hatte wegen der Corona-Pandemie die Qualitätsprüfungen in stationären Pflegeeinrichtungen lange Zeit aussetzen müssen. Erst seit einigen Monaten seien die Prüfungen wieder angelaufen, teilte die AOK mit. Neu ist demnach, dass Pflegeheime nicht mehr mit Schulnoten, sondern nach einem neuen System bewertet werden. Im Fokus steht die individuelle Versorgungssituation der Pflegebedürftigen. Insgesamt werden 24 Qualitätsaspekte betrachtet – von der Körperpflege über die Medikation bis zur Wundversorgung. Diese Ergebnisse sind im Pflegenavigator abrufbar.

Der MD macht sich bei den Prüfungen vor Ort ein Bild vom Zustand der Menschen. Anhand einer Stichprobe von neun Bewohnerinnen und Bewohnern pro Einrichtung machen sich die Prüfer:innen ein Bild über die Versorgungsqualität.

Ausgezeichnet

Der AOK-Pflegenavigator ist jüngst mit dem Deutschen Gesundheits-Award 2022 ausgezeichnet worden, der vom Deutschen Institut für Service-Qualität und dem Nachrichtensender n-tv ausgelobt wird.

Grundlage bildete eine Befragung von mehr als 30 000 Verbraucherinnen und Verbrauchern zu verschiedenen Einzelaspekten wie Qualität, Nutzen und Zuverlässigkeit der jeweiligen Angebote.jur

https://www.aok.de

Im März wurde das Portal um eine weitere Säule ergänzt. Auch die internen Qualitätsangaben der Pflegeheime, die seit Jahresanfang verpflichtend erhoben und gemeldet werden müssen, sind im AOK-Pflegenavigator jetzt abrufbar. Darüber hinaus können die finanziellen Eigenanteile verglichen werden, die in den einzelnen Pflegeheimen zu zahlen sind.

„Wenn der Einzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung ansteht, ist das für Pflegebedürftige und ihre Angehörige eine große Belastung und immense Herausforderung“, sagt Robert Ringer, Hauptabteilungsleiter Pflege bei der AOK Hessen. „Dazu zählt auch die schwere Entscheidung, wo und wie ein Mensch gepflegt werden soll.“ Der Pflegenavigator biete dabei Hilfe und Orientierung.

Das neue System verzichtet auf eine Endnote oder Gesamtbewertung. Stattdessen erhalten die Nutzerinnen und Nutzer viele Detailinformationen. „Dabei ist es möglich, die persönliche Bewertung der Einrichtungen durch Filterfunktionen zu erleichtern“, sagt Ringer. Sie könnten die Ergebnisse etwa nach bestimmten Aspekten filtern, die ihnen wichtig seien, und diese auch gezielt mit anderen Einrichtungen vergleichen. Ergänzend gibt es Informationen zu den Preisen der Pflegeleistungen und zu den Kosten, die Bewohnerinnen und Bewohner selbst zu tragen haben. Es wird angezeigt, wie hoch der Eigenanteil im jeweiligen Pflegeheim ist.

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