frisches Brot
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Brot (Symbolbild).

Verbraucherschutz

Hessen hat mehr Personal für Lebensmittel-Kontrollen

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Nach dem Wilke-Wurst-Skandal wird die Überwachung der Betriebe in Hessen verbessert. Ministerin Hinz stellt dafür auch einen „Sichter“ ein.

Ein Jahr nach Bekanntwerden des „Wilke Wurst“-Skandals hat Hessen Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) Bilanz gezogen. Sie sieht die Lebensmittelüberwachung im Land inzwischen gut aufgestellt.

Hinz berichtete am Dienstag in Wiesbaden, dass die Personalausstattung des Umweltministeriums verbessert worden sei. Dort gebe es seit August einen „Sichter“, der alle dort eingehenden Meldungen zu möglichen Verstößen oder anderen kritischen Sachverhalten an die zuständigen Stellen weiterleite. Im Fall von Wilke war eine wichtige E-Mail zu Krankheitsfällen aufgrund des Verzehrs von Wilke-Produkten mehrere Tage im Ministerium liegen geblieben. Das soll sich nicht wiederholen.

Auch die sogenannte Taskforce für Lebensmittelsicherheit sowie die Regierungspräsidien würden personell gestärkt, so Hinz. Insgesamt gebe es dort acht zusätzliche Stellen. Die meisten neuen Mitarbeiter hätten ihren Dienst bereits angetreten, die übrigen Stellen würden bis Jahresende besetzt.

Zudem sollen Betriebe häufiger und unangemeldet kontrolliert werden. Seit April seien bereits 85 solcher gemeinsamer Kontrollen von den Lebensmittelkontrolleuren der Kreise sowie der Fachaufsicht an den Regierungspräsidien durchgeführt worden. Die Betriebe in Hessen wurden laut Ministerin in verschiedene Risikoklassen eingeteilt, die unterschiedlich intensiv kontrolliert werden sollen.

Kreise müssen berichten

Verstärkt wurde auch die Berichtspflicht der Landkreise an die Regierungspräsidien und an das Umweltministerium. Unklarheiten, wer in welchen Fällen an wen zu berichten habe, seien damit beseitigt worden.

Hinz sagte, die neuen Strukturen hätten sich bereits bewährt. Sie hätten allerdings schneller umgesetzt werden können, wenn es keine Corona-Pandemie gegeben hätte. So habe es Verzögerungen bei Schulungen oder der Besetzung von Stellen gegeben.

Der Kreis Waldeck-Frankenberg hatte im Oktober 2019 mitgeteilt, dass die Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG geschlossen worden sei. In deren Waren wurden mehrfach gesundheitsgefährdende Listerien-Bakterien gefunden. Mit den Produkten werden mehrere Todesfälle in Verbindung gebracht. Der nordhessische Wursthersteller ist insolvent, das Betriebsgelände steht zum Verkauf.

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