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Hessen: Gute Noten fürs Promovieren an der Hochschule

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Von: Jutta Rippegather

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Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn. Michael Schick
Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) will den Weg weiter gehen. © Michael Schick

Hessen setzt das erfolgreiche Angebot fort. Es sei innovativ, praxisnah und interdisziplinär, sagt Wissenschaftsministerin Angela Dorn.

Das Promotionsrecht an Hessens Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) kommt gut an: bei der unabhängigen Kommission, die das vor fünf Jahren gestartete Angebot positiv bewertet, und bei den mehr als 170 Doktorandinnen und Doktoranden an den sieben Promotionszentren, darunter 20 an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Das eigenständige Promotionsrecht schließe eine „Lücke im Wissenschafts- und Wirtschaftssystem“, sagte Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Montag in Wiesbaden. Eine Chance für Studierende und Gesellschaft. „Wir brauchen die Forschung der HAW für innovative, praxisnahe und interdisziplinäre Antworten auf wichtige Herausforderungen wie Klimawandel und Artensterben, globale Krisen und Kriege und die alle Lebensbereiche durchdringende Digitalisierung.“

Altengerechte Stadträume

Frank Dievernich, Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, nannte Beispiele für die Vielfalt der Promotionsthemen: automatisiertes Lernen, die Manipulation von Gesichtserkennung durch Künstliche Intelligenz, Demokratieunterstützung im Nahen Osten, behinderten- und altengerechte Stadträume. Als Vorsitzender des Zusammenschlusses der hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften begrüße er den positiven Evaluationsbericht: „Nun ist auch offiziell bestätigt, dass die HAW grundsätzlich in der Lage sind, auf hohem wissenschaftlichen Niveau zu promovieren.“

Erstes Bundesland

Als erstes Bundesland hatte Hessen 2016 den Hochschulen ermöglicht, für forschungsstarke Fachrichtungen ein eigenständiges Promotionsrecht zu beantragen. Sieben Promotionszentren unterschiedlicher Fachrichtungen machten bislang davon Gebrauch. Evaluiert wurden neben den allgemeinen Zentren diejenigen, die mindestens seit vier Jahren bestehen: „Public Health“ und „Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Globalisierung, Europäische Integration, Interkulturalität/Fulda Graduate Center of Social Sciences“ an der Hochschule Fulda sowie die jeweils hochschulübergreifenden Zentren „Soziale Arbeit“ (Federführung: Hochschule RheinMain) und „Angewandte Informatik“ (Hochschule Darmstadt).

Der Vorsitzende der Evaluationskommission, Matthias Kleiner, bescheinigte den untersuchten Zentren „tragfähige Strukturen für die Betreuung qualitativ anspruchsvoller Promotionen“. In kürzester Zeit hätten sie diese aufgebaut. „Das ist eine beeindruckende Leistung.“ Als nächsten Schritt schlug er vor, die Einrichtungen inhaltlich stärker zu profilieren und konzeptionell weiterzuentwickeln. Im Fokus sollten dabei die Spezifika des Hochschultyps und der Ausgangspunkt der anwendungsorientierten Forschung stehen.

Angesichts des guten Ergebnisses will Hessen den eingeschlagenen Weg fortsetzen, sagte Dorn. Die nächste wissenschaftliche Überprüfung soll in sieben Jahren erfolgen.

hessenlink.de/promotionhaw

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