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Von Calden geht es direkt nach Usedom. Bild: Kassel Airport
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Von Calden geht es direkt nach Usedom. Bild: Kassel Airport

Hessen

Hessen gibt Rückhalt für den Flughafen Kassel

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Die schwarz-grüne Landesregierung hält auch nach dem Aus für den Regionalflughafen Hahn am nordhessischen Airport fest. Eine Rückstufung ist nicht geplant

Die schwarz-grüne Landesregierung verteidigt den Betrieb des defizitären Flughafens Kassel-Calden auch nach der Insolvenz des rheinland-pfälzischen Flughafens Hahn. „Die Landesregierung ist nach wie vor überzeugt, dass der Kassel Airport erhebliche Impulse für die infrastrukturelle und wirtschaftliche Entwicklung in Nordhessen gibt und dem Bedarf in der Region an einem ausgebauten Regionalflughafen Rechnung trägt“, teilte der hessische Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) jetzt auf Fragen von AfD-Abgeordneten im Landtag mit.

Im Oktober hatte der Hunsrück-Flughafen Hahn Insolvenz angemeldet, an dem das Land Hessen 17,5 Prozent der Anteile hält. Die Oppositionsfraktionen von AfD und Linken sehen diese Insolvenz als weiteren Hinweis darauf, dass sich das Konzept der Regionalflughäfen „überlebt“ habe, wie es der AfD-Abgeordnete Bernd-Erich Vohl formuliert. Die Landesregierung sei gefordert, daraus Konsequenzen für ihren verbleibenden Regionalflughafen in Kassel-Calden zu ziehen.

Flughafen KAssel

Das Land besitzt mit 68 Prozent den größten Anteil am Flughafen in dem Ort Calden, der als „Kassel Airport“ firmiert. Stadt und Landkreis Kassel halten jeweils 14,5 Prozent, die Gemeinde Calden drei Prozent der Anteile.

Das Defizit betrug im ersten Betriebsjahr 2014 noch mehr als acht Millionen Euro. Seither sind es stets um die sechs Millionen Euro jährlich. Für das aktuelle Jahr rechnet der Finanzminister mit einem Minus von 5,35 Millionen Euro.

Passagiere können vor allem Urlaubsziele von Kassel aus erreichen. So gibt es von dort regelmäßig Flüge nach Mallorca, Fuerteventura, Kreta, Rhodos oder ins ägyptische Hurghada. Auch die Inseln Sylt und Usedom werden angeflogen. pit

Linken-Fraktionschef Jan Schalauske verweist auf die Geschäftspolitik von Billigfluglinien, die „seit Jahren zunehmend auf Flüge von zentrennahen Großflughäfen“ setzten. Hinzu komme der Klimawandel. Davor verschließe die Landesregierung die Augen.

Ähnlich hatten früher auch die Grünen argumentiert. Sie haben aber mit der CDU vereinbart, den Flughafenbetrieb fortzuführen und gleichzeitig das Defizit zu senken. Für dieses Jahr wird es auf 5,35 Millionen Euro taxiert. „Der Kassel Airport wird zu einem Mobilitätsanbieter insbesondere für die Region Nordhessen weiterentwickelt“, schreibt Minister Boddenberg nun. „Der eingeschlagene Wege der Stabilisierung im Bereich Luftverkehr nach dem Einbruch in der ersten Phase der Corona-Pandemie wird fortgesetzt.“

Immer wieder war darüber diskutiert worden, ob der Flughafen zu einem „Verkehrslandeplatz“ herabgestuft werden soll. „Eine Rückstufung wird nicht in Betracht gezogen“, macht Boddenberg jetzt klar. Sie würde nach seiner Auffassung „eine gezielte Entwicklung des Kassel Airport beeinträchtigen“. Zwar würde sich dadurch der Verlust verringern, aber „die regional- und beschäftigungspolitischen Effekte, die die Landesregierung mit dem Ausbau verbunden hat, würden nicht mehr erreicht werden können“.

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