Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Raupen der Gespinstmotte haben zwei Baeume am Niddaufer eingesponnen.
+
Raupen der Gespinstmotte haben zwei Baeume am Niddaufer eingesponnen.

Abpfelanbau

Hessen: Gespinstmotte befällt wieder Streuobstwiesen - doch es gibt Gegenmittel

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Immer mehr Streuobstwiesen in Hessen sind von Gespinstmottenbefall betroffen. Der Einsatz von Nützlingen könnte helfen.

Hessen - Wer mit offenen Augen durch die Streuobstwiesen geht, hat sie längst bemerkt: Die Apfel-Gespinstmotte macht sich zunehmend breit. Sie ist gefräßig, bedeckt ganze Bäume mit ihren Gespinsten und tritt bevorzugt in Massen auf. Zahlreiche Bäume seien stark befallen, sagt Rouven Kötter (SPD), Erster Beigeordneter des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main. „Wir müssen hier gegensteuern und mit natürlichen Methoden gegen den Schädling vorgehen.“

Nach Angaben des Regionalen Streuobstbeauftragten des Verbandes in Hessen, Bastian Sauer, entwickelt sich der Schädling zunehmend zum Problem für den Apfelanbau. Der Klimawandel fördere dessen Verbreitung. Trockene Sommer und milde Winter stellten ideale Lebensbedingungen für die Raupen dar. „Im schlimmsten Fall können sie ganze Apfelbäume kahlfressen.“ Gerade die Dürren in den vergangenen drei Jahren hätten zu einer Massenvermehrung und zu vielen Schäden in der Rhein-Main-Region geführt.

Gespinstmotte in Hessen: Raupen einsammeln ist das beste Mittel

Beim Bekämpfen rät der ausgebildete Landschaftsgärtner und studierte Biologe zur Handarbeit. „Am effizientesten ist es, bei mäßigem Befall oder bei Einzelbäumen die Raupen einzusammeln oder die befallenen Stellen mit den Gespinsten herauszuschneiden.“ Eine Alternative sei das Abspritzen der Bäume mit einem Wasserstrahl. Aber auch das ist nichts für Faule: „Anschließend müssten die herabfallenden Raupen aufgesammelt werden, bevor sie sich wieder auf den Rückweg auf die Bäume aufmachen.“

Gegen starken Befall könnten Nützlinge zum Einsatz kommen – etwa Schlupf- und Erzwespen, die als natürliche Feinde der Gespinstmotten gelten. Artspezifische Pheromon(klebe)fallen, die die Motten mit Lockstoffen ködern, eigneten sich ebenfalls. Im Hausgarten sei auch eine Schmierseifen-Spiritus-Lösung in kleinen Mengen einen Versuch wert.

Gespinstmotten in Hessen: Biologische Bekämpfung mit Insektizid möglich

Sollten all diese Methoden nicht den erwünschten Effekt bringen, müssen Profimittel ran. Aber erst dann, so der Streuobstbeauftragte, „wenn nichts mehr anderes geht“. Eine biologische Bekämpfung mit einem natürlichen Insektizid auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis könnte helfen. Von der chemischen Keule rät Sauer ab: „Diese Stoffe können einer Vielzahl bestäubender Insekten, Wildbienen, Honigbienen oder Hummeln, schaden.“

Grundsätzlich gilt: Je vitaler der Baum, desto widerstandsfähiger ist er gegen Umwelteinflüsse und Schädlinge. Die Vitalität zu stärken, das gelinge am besten durch regelmäßige Pflege, etwa einen Rück- und Pflegeschnitt im Winter und im Sommer, sagt Sauer.

Kötter weist ergänzend auf Möglichkeiten der Vorbeugung hin: „Wir müssen günstige Bedingungen für die natürlichen Motten-Gegenspieler wie Vögel und Insekten schaffen.“ Dazu gehörten gute Nistmöglichkeiten und ein reichliches Futterangebot. (Jutta Rippegather)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare