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Hessen: Gebäude renovieren statt abreißen

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Von: Christoph Manus

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Der Hessische Architektentag befasst sich mit dem ökologischen Wandel im Planen und Bauen. Dabei geht es um die Verantwortung der Architekten für Umwelt und Klima.

Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen wirbt für ein nachhaltigeres Bauen. „Wir sollten uns von Gebäudebestand nur sehr wohlüberlegt trennen“, sagte deren Präsidentin Brigitte Holz beim hessischen Architektentag, der zum zweiten Mal in Folge als reine Onlineveranstaltung stattfand. Gebäude, statt sie abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, energetisch, funktional und gestalterisch zu sanieren, sei eine „Herkulesaufgabe“, aber nötig. Die Architekten und Architektinnen hätten eine besondere Verantwortung, zu einem „Green Deal“ beizutragen. Schließlich bestimmten diese für Generationen die Verwendung von Ressourcen in Form von grauer Energie. „Unser Handeln beeinflusst die energetische Bilanz und die Klimaresilienz von Stadt und Land“, mahnte Holz am Dienstag bei der Tagung.

Vor einigen Wochen hatte bereits die Frankfurter Gruppe des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten ein Umdenken gefordert. Bauen müsse vermehrt ohne Neubau auskommen, hieß es. Der Abriss bestehender Gebäude ohne Berücksichtigung des ökologischen Werts der verbauten Ressourcen sei nicht länger hinnehmbar.

Jens Deutschendorf (Grüne), Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium, sprach beim Architektentag von Plänen für einen „grünen Faden“ für das Planen und Bauen, „für möglichst geschlossene Ressourcenkreisläufe, für klimafreundliches und gleichzeitig bezahlbares Wohnen“. Ruth Reichstein, die einem Beratungsgremium der EU-Kommissionspräsidentin angehört, stellte die Idee für ein „neues europäisches Bauhaus“ vor, die das Ziel habe, klimafreundliche Produkte für alle zugänglich zu machen – vom Bauen bis zum Kleidungsstück.

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