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Hessen: Fraport schreibt wieder schwarze Zahlen

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Von: Jutta Rippegather

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Die Leute wollen fliegen, sagt der Fraport Manager.
Die Leute wollen fliegen, sagt der Fraport Manager. Monika Müller © Monika Müller

Die Frankfurter Flughafenbetreiberin stellt sich auch weiter auf eine starke Nachfrage ein. Und sie verspricht mehr Komfort bei Sicherheitskontrollen.

Erst Omikron, dann der Angriff auf die Ukraine – und jetzt die Rezession. 2022 war „ein verrücktes, ein unvorstellbares, aber auch schönes Jahr“, sagt Fraport-Chef Stephan Schulte. Noch ist es nicht zu Ende. Doch die Zahlen der ersten neun Monate stimmen den Flughafenmanager optimistisch, dass die Corona-Krise überwunden ist. Speziell der Bereich Tourismus habe sich schneller erholt als erwartet. Auch die Geschäftsreisen legten wieder zu, sagte Schulte am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz für die ersten drei Quartale dieses Jahres. Die durch den Abbau von rund 4000 Beschäftigten entstandenen Engpässe seien beseitigt. „Wir haben genug Personal an Bord.“ Eine Qualitätsverbesserung erwartet er von der Neuorganisation der Sicherheitskontrollen. Fraport übernimmt die Steuerung. Ein Problem bleibt die Enge im Luftraum in Folge des Ukrainekriegs. Gesperrte Korridore und Nato-Versorgungsflüge schränkten die Kapazitäten stark ein.

50 Millionen Passagiere angepeilt

Die Wirtschaftszahlen: Fraport peilt für das Gesamtjahr 2022 das obere Ende aller gesetzten Prognosen an. Für Frankfurt erwartet der Konzern bis zu 50 Millionen Passagiere – 20,5 Millionen weniger als im Vorkrisenjahr 2019. Von der hohen Nachfrage bei Privatreisen profitieren insbesondere die internationalen Beteiligungsflughäfen in Urlaubsregionen, allen voran die 14 griechischen Airports. Die lagen in den ersten neun Monaten schon über dem Niveau von 2019. Fraport schreibt wieder schwarze Zahlen, wird aber angesichts der hohen Investitionen in Frankfurt und anderen Aiports wie Antalya oder Lima auch in diesem Jahr keine Dividenden ausschütten. Im dritten Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von gut einer Milliarde Euro und damit fast anderthalbmal so viel wie im Vorjahr. Der operative Gewinn legte um 46 Prozent auf gut 420 Millionen Euro zu.

Das Personal : Als Reaktion auf die coronabedingten Einbrüche hatte Fraport rund 4000 Beschäftigte abgebaut; es gab finanzielle Anreize, befristete Arbeitsverträge wurden nicht mehr verlängert. Seit einem Jahr stellt die Flughafenbetreiberin wieder ein. Das angekündigte Qualifikationsprogramm ist angelaufen, um das Personal flexibler einsetzen zu können. Bis zu 1000 Leute sollen in den nächsten Monaten den Vorfeldführerschein erwerben oder den Abschluss Lademeister:in. Das Problem ist nicht die Menge des Personals, sondern dass die Arbeit sich nicht kontinuierlich auf den Tag verteilt. Schulte: „Es gibt zwei Peaks, in denen alle gefordert sind.“ Weil es bei der freiwilligen Beschränkung auf 90 Starts und Landungen pro Stunde bleiben solle, sei damit zu rechnen, dass der Zuwachs an Flügen in verkehrsärmeren Zeiten stattfinden werde. Im Vergleich zu 2019 sanken die Personalkosten um 20 Prozent, der Bedarf an Leiharbeiter:innen stieg in der Sommerspitze um 14 Prozent.

Technische Neuerungen: Zum 1. Januar übernimmt Fraport die Regie über die Sicherheitskontrollen. Drei Dienstleister sind dafür engagiert. Acht CT-Geräte werden im Einsatz sein, die Laptops oder Flüssigkeiten auch in Taschen erkennen, die Bildgebung ist besser. Die Spuren sind individuell nach Bedarf beziehungsweise Reisezweck der Passagiere anpassbar. Es werde nicht sofort alles perfekt laufen, sagt Schulte. „Aber auf Dauer wird es deutlich besser.“ Der Aufbau des „größten privaten 5G-Netzes in Europa“ soll die Qualität der Datenübertragung verbessern. Das ermögliche autonomes Fahren, den Einsatz von Robotern oder Drohnen, die Kontrolle der Bahnen und Zäune.

Terminal 3 : Angesichts der Nachfrage bleibt es beim Eröffnungstermin 2026. Der Rohbau ist fertig, das Glasdach bis zum Winter montiert. Derzeit wird die Technik im Gebäude installiert, demnächst erfolgt die Eröffnung des neuen Autobahnzubringers Zeppelinheim.

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