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Hessen: Fördereinrichtung für Zugewanderte in Gefahr

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Von: Hanning Voigts

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In der Fördereinrichtung in Hasseslroth werden junge Zugewanderte und Flüchtlinge unterrichtet. Foto: Monika Müller
In der Fördereinrichtung in Hasseslroth werden junge Zugewanderte und Flüchtlinge unterrichtet. Foto: Monika Müller © Monika Müller

Die Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth bekommt ein Problem: Die Gebäude der Einrichtung sollen verkauft werden. Das Land Hessen prüft, ob es einspringen kann.

Die in der Vergangenheit sehr erfolgreiche Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth (Main-Kinzig-Kreis) geht einer ungewissen Zukunft entgegen. Wie das hessische Innenministerium im Unterausschuss für Heimatvertriebene und Flüchtlinge des hessischen Landtages mitgeteilt hat, sollen die von der Einrichtung genutzten bundeseigenen Gebäude verkauft werden.

Ende Februar habe man eine entsprechende Mitteilung bekommen, teilte das Ministerium den Ausschussmitgliedern mit. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) habe aber zugleich versichert, dass mit einem Verkauf nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen sei. Der Bund biete die Liegenschaften in Hasselroth nun zunächst der Gemeinde und dem Land Hessen an, das die Gebäude derzeit angemietet hat. Das Land prüfe, ob die Gebäude gekauft werden sollten, um die Fördereinrichtung weiterführen zu können – offenbar sind dort Sanierungsmaßnahmen nötig.

Die Einrichtung

Die Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth bietet einen Schul- und Internatsbetrieb für junge Migrant:innen an. In einem zweijährigen Sonderlehrgang kann das Abitur nachgeholt werden, die meisten Absolvent:innen wohnen dabei in der Einrichtung.

In den „InteA“-Klassen (Integration und Anschluss) wird intensiv Deutsch gelernt und zudem der Hochschulabschluss erworben. han

Die Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte, die vor den Toren des Hasselrother Ortsteils Neuenhasslau liegt, besteht seit 1992. Etwa 50 Schülerinnen und Schüler, darunter sogenannte Aussiedler:innen und jüdische Migrant:innen, können hier in zwei Jahren ihre allgemeine Hochschulreife erwerben. Der Großteil der Schüler:innen ist vor Ort wie in einem Internat untergebracht.

Hessen: Hauptschulabschluss in Kooperation mit einer Hanauer Berufsschule

In einem zweiten Lehrgang, den fast 200 Schüler:innen besuchen, kann unter dem Titel „Integration und Anschluss“ der Hauptschulabschluss erworben werden, zugleich erhalten die Schüler:innen intensiven Deutschunterricht. Dieses Angebot ist eine Kooperation mit der berufsbildenden Ludwig-Geissler-Schule in Hanau. Ohne die aktuellen Gebäude wäre das Angebot in dieser Form nicht aufrechtzuerhalten.

Wie im Ausschuss weiter mitgeteilt wurde, wirke sich die Arbeit der Fördereinrichtung aus Sicht der Landesregierung „positiv auf die schulische, berufliche und gesellschaftliche Integration aus“ und sei daher unbedingt förderungswürdig.

Die Landesbeauftragte für Flüchtlinge in Hessen spricht von einer „einmaligen Fördereinrichtung“

Margarete Ziegler-Raschdorf, die hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, erklärte im Ausschuss, die Schule in Hasselroth sei eine „einmalige Fördereinrichtung“, für die eine gute Zukunft gesichert werden sollte. Die Zahlen sogenannter Spätaussiedler stiegen seit mehr als zehn Jahren an, als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine kämen noch mehr Jugendliche und junge Erwachsene deutscher Abstammung nach Hessen. Für sie könne die Fördereinrichtung eine wichtige Chance sein. Die internatsmäßige Unterbringung, der Kontakt mit anderen Migrant:innen sowie das qualifizierte Personal böten „eine gute Grundlage für einen qualifizierten Integrationsprozess“, sagte Ziegler-Raschdorf.

(Hanning Voigts)

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