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Hessen: Fahrräder erobern die Autobahn

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Von: Jutta Rippegather

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Vorfahrt für klimafreundliche Mobilität. dpa
Vorfahrt für klimafreundliche Mobilität. dpa © dpa

Wegen des Verkehrswendefestivals ist am Sonntag mit vielen Straßensperrungen zu rechnen. Die Autobahn-Gesellschaft versucht, den Event zu verhindern.

Vor „erheblichsten Verkehrsbehinderungen“ am kommenden Sonntag, 28. August, warnt die Polizei. Wegen der Fahrrad-Sternfahrt zum Verkehrswendefestival nach Wiesbaden sei im Rhein-Main-Gebiet den ganzen Tag über mit zeitweiligen Straßensperrungen zu rechnen. Das betrifft auch die Autobahn. Die Autobahn-Gesellschaft des Bundes versuchte am Freitag auf dem Gerichtsweg eine solche Demonstration zu verhindern.

Sternfahrt nach Frankfurt

Los geht es Sonntagvormittag mit einer Sternfahrt von Friedberg, Hanau und Darmstadt nach Frankfurt. Die drei Stränge vereinigen sich im Laufe des Vormittags in der Ludwig-Erhardt-Anlage. Von 11 bis 13 Uhr steht dort am Messekreisel ein Stand, der über das Bürgerbegehren zu einem zeitgemäßes Verkehrswendegesetz in Hessen informiert. Für 13 Uhr ist die Abfahrt nach Wiesbaden über die Autobahnen A648 sowie A66 geplant. Gegen 16 Uhr die Ankunft in der Reisinger-Anlage in Wiesbaden.

20 000 Teilnehmende

Wie die Polizei weiter mitteilt, rechnet das Organisationsteam in der Spitze mit bis zu 10 000 und über den Tag verteilt mit etwa 20 000 Teilnehmenden. Eine Dimension, die in Kombination mit dem Befahren der Autobahn von Behörden und Kommunen „umfangreiche und situationsgerechte Maßnahmen erfordert“. In den Vormittagsstunden werde es zu kurzzeitigen Sperrungen der Zubringerrouten kommen. In Frankfurt wird es gegen Mittag eng, wenn die Teilnehmenden aus der Umgebung ankommen.

Die A648 und die A66 sind für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt: in der Zeit von etwa 12.30 Uhr bis mindestens 16.30 Uhr von Frankfurt bis zur Anschlussstelle Wiesbaden-Erbenheim in Richtung Wiesbaden. Die Sperrung soll in größeren Teilabschnitten erfolgen. Welche Ausweichstrecken sich der Verkehr sucht, kann die Polizei nicht vorhersagen. Bei Rückstaus auf A3 und A5 rechnet sie mit Auswirkungen auf den dortigen Ferienreiseverkehr.

Klage gegen Radcorso

Kurz vor dem großen Verkehrswende-Spektakel wird es nochmal spannend: Die bundeseigene Autobahngesellschaft will verhindern, dass Tausende von Radfahrerinnen und Radfahrer am Sonntag auf der Autobahn von Frankfurt nach Wiesbaden fahren dürfen. Nachdem sie am Freitag Mittag mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden gescheitert war, rief sie als nächste Instanz den Verwaltungsgerichtshof in Kassel an, sagte eine Sprecherin der Gesellschaft der Frankfurter Rundschau am Freitagnachmittag. Man habe „gegenüber der Versammlungsbehörde Widerspruch und einstweiligen Rechtsschutz“ eingelegt. Ziel sei, das Befahren der Autobahn zu verhindern. Eine Entscheidung aus Kassel stand bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch aus.

Nach der Sternfahrt am Vormittag von Friedberg, Hanau und Darmstadt nach Frankfurt wollen die Teilnehmenden über die Autobahnen A 648 und A 66 von Frankfurt in die Landeshauptstadt fahren. Die Autobahn muss dazu von Mittag bis in den Nachmittag hinein bis zur Anschlussstelle Wiesbaden-Erbenheim für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt werden. Ein weiteres Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden haben die Organisierenden angestrengt. Darin geht es um Pausenzeiten auf der Strecke, Zufahrten zur Autobahn und weitere Details. jur

Um auf den Autobahnen die Gefahren für und durch den Gegenverkehr zu minimieren, sinkt das Tempolimit auf der gesamten Strecke in Fahrtrichtung Frankfurt auf 100 Kilometer pro Stunde. In Höhe der Autobahnraststätte Weilbach, wo der linke Fahrstreifen gesperrt ist, gilt Tempo 80. Wer auf der Gegenfahrbahn nach Frankfurt rollt, den bittet die Polizei „dringend Ihre volle Aufmerksamkeit auf den vor ihnen fließenden Verkehrs zu richten, ausreichend Sicherheitsabstand einzuhalten und mit Fahrfehlern anderer durch Ablenkung zu rechnen“.

Vor Fahrtantritt informieren

Sie empfiehlt, den Bereich möglichst weiträumig zu umfahren und auf nicht notwendige Fahrten entlang der Strecke zu verzichten. Wem dies nicht möglich ist, der sollte sich vor Fahrtantritt nach dem aktuellen Stand erkundigen – über das Radio, das Internet oder Navigationssysteme. Weil mit Beeinträchtigungen und Sperrungen zu rechnen ist, sollte im Fall eines festen Termins ein ausreichender Zeitpuffer eingeplant werden.

Über den Twitter-Kanal @Polizei_WH wird die Polizei am Sonntag über die aktuellen Geschehnisse informieren.

www.verkehrswende-hessen.de

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