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Hessen: Ein runder Tisch für die Hilfe

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Von: Jutta Rippegather

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Daniela Birkenfeld ist Beauftragte der Hessischen Landesregierung für die Opfer von Terroranschlägen und schweren Gewalttaten. Peter Jülich
Daniela Birkenfeld ist Beauftragte der Hessischen Landesregierung für die Opfer von Terroranschlägen und schweren Gewalttaten. © Peter Jülich

Ein Mann rast in Berlin in eine Gruppe nordhessischer Schülerinnen und Schüler, die Lehrerin stirbt. Hessens Opferbeauftragte bringt nun alle Zuständigen zusammen.

Die Todesfahrt von Berlin ist Daniela Birkenfelds erster großer neuer Fall. Dass sie als hessische Opferbeauftragte zuständig ist, ergibt sich daraus, dass die Polizei davon ausgeht, dass der Täter mit Vorsatz handelte. Davon erfuhr sie Donnerstagmorgen und legte sofort los. Zwei Dinge galt es zuerst zu erledigen: Den runden Tisch zu organisieren und die „Dark Site“ hochzufahren mit der Nummer der 24-Stunden-Hotline, vielen Informationen über Hilfen und Unterstützungen und diese auch auf Twitter und Facebook bekanntzumachen.

Runder Tisch

Landrat, Bürgermeister, Schulleitung, Schulpsychologie, das Sozialministerium, die Unfallkasse Hessen, der Opferverein Kassel, die Verkehrsopferhilfe – möglichst alle sollen an dem runden Tisch zusammenkommen. Ein Vorgehen, das Birkenfeld am Donnerstag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau mit dem bei der Einrichtung eines Krisenstabs gleichsetzt. „Das ist wichtig, damit man nicht aneinander vorbei arbeitet, um Parallelstrukturen zu vermeiden“, sagt die 62 Jahre alte Juristin. In der nächsten Woche, noch vor dem Feiertag am Donnerstag, will sie zur ersten Sitzung des runden Tischs nach Bad Arolsen einladen.

Aus der nordhessischen Kleinstadt stammt die Schülergruppe, in die am Mittwoch im Herzen Berlins ein Autofahrer gefahren war. Eine Lehrerin starb, viele Menschen wurden verletzt. Keine zehn Kilometer entfernt von Bad Arolsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg liegt Volkmarsen. Der Ort, dessen Name mit einer ähnlichen Tat verbunden ist. Vor zweieinhalb Jahren war dort ein inzwischen wegen Mordversuchs verurteilter Autofahrer in den Rosenmontagszug gerast. Er verletzte dabei 88 Menschen teilweise schwer – darunter 26 Kinder.

Runder Tisch

Seit gerade einmal zwei Monaten ist sie ehrenamtliche Beauftragte der Hessischen Landesregierung für die Opfer von Terroranschlägen und schweren Gewalttaten. In ihrer relativ kurzen Amtszeit war Birkenfeld bereits zweimal in Volkmarsen, traf sich dort auch mit Opferfamilien. Die Wunden sind noch frisch, weiß sie. Und es ist auch nicht auszuschließen, dass Betroffene von Berlin damals auch beim Rosenmontagszug waren. Dazu sagt Birkenfeld am Donnerstag auf eine entsprechende Frage der FR nichts.

Für den Abend war sie eingeladen zu einer Videokonferenz mit dem Opferbeauftragten des Landes Berlin. Auch hier geht es um Vernetzung mit dem Ziel, den Betroffenen möglichst umfänglich, gut und schnell zu helfen. Dazu braucht es Wissen. „Wir wollen uns erst mal über alles informieren.“

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