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Hessen: Ein Kaktus zum Abschied für Volker Bouffier

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Von: Hanning Voigts

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Volker Bouffier will nach fast zwölf Jahren im Amt zurücktreten. Foto: Michael Schick
Volker Bouffier will nach fast zwölf Jahren im Amt zurücktreten. Foto: Michael Schick © Michael Schick

Eine Woche vor seinem Rücktritt besucht Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier die Fraktion der Grünen. Beide Seiten danken sich beim Abschied für die gemeinsame Regierungsarbeit.

Abschied mit Wein, Kaktus und Sonnenblumen: Eine Woche vor dem geplanten Rückzug von seinem Amt hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) eine Sitzung der Landtagsfraktion der Grünen besucht. Es sei ein bewegender Moment für ihn, sagte Bouffier, der eine schwarz-grün gestreifte Krawatte trug, anschließend vor Journalist:innen. Er habe den Grünen für die stabile und verlässliche Zusammenarbeit in der Regierung seit 2014 gedankt. „Aus meiner Sicht waren es gute Jahre für Hessen“, betonte der Regierungschef. „Wir haben das Land gut vorangebracht.“

Damals sei die erste Bildung einer schwarz-grünen Koalition in einem Flächenland „sensationell“ gewesen, man habe aber die richtige Entscheidung getroffen und die ganze Zeit über „weitblickend und nachhaltig gearbeitet“, sagte Bouffier.

Hessen: Wenn ein Regierungschef nicht ganz abtritt, dann ist das „Murks“

Zu Beginn der Koalition seien Krisen wie der Zustrom von Flüchtlingen ab 2015 oder die Corona-Krise nicht absehbar gewesen. Da man aber einen guten Koalitionsvertrag vereinbart und völlig unterschiedliche Politikvorstellungen mit Vertrauen und wechselseitigem Respekt zusammengebracht habe, sei man gut durch alle Herausforderungen gekommen. Besonders das Thema Nachhaltigkeit habe CDU und Grüne stets verbunden, betonte Bouffier.

Der CDU-Politiker zeigte sich zuversichtlich, dass die Wahl seines designierten Nachfolgers Boris Rhein (CDU) in der kommenden Woche wie geplant klappen werde. Zu seinem Abgang sagte Bouffier, beim Rückzug von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich gezeigt, dass es „Murks“ sei, wenn ein Regierungschef sein Amt behalte und nur den Parteivorsitz abgebe. Er sei sich sicher, dass die schwarz-grüne Koalition bis zur nächsten Landtagswahl im Herbst nächsten Jahres gut weiterarbeiten werde.

Hessen: Eine undenkbare Koalition mit den „Struppis“

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) verwies darauf, dass Bouffier sich 1982, als er erstmals in den Landtag einzog, sicher keine Koalition mit den „Struppis“ habe vorstellen können, wie er die Grünen oft genannt habe. Lange Jahre sei man sich in „respektvoller Gegnerschaft“ begegnet. Ab 2013 hätten CDU und Grüne dann aber „im Interesse des Landes zueinandergefunden“. Beiden Parteien eine Kooperation zu ermöglichen, sei sehr stark Bouffiers Verdienst, betonte Al-Wazir. Dieser sei als Moderator „immer auf der Suche nach Brücken, nach Lösungen“ gewesen.

Der grüne Fraktionschef Mathias Wagner sagte, CDU und Grüne hätten es mit ihren unterschiedlichen Interessen geschafft, gesellschaftliche Kompromisse zu schließen. Bouffier habe „ein Leben in der Politik und ein Leben für die Politik“ geführt, dafür zollten die Grünen ihm Respekt. Zum Abschied schenkte die Fraktion Bouffier eine Fotocollage, Wein sowie eine Sonnenblume und einen Kaktus. Der Kaktus solle daran erinnern, dass die Zusammenarbeit teils auch „stachelig“ verlaufen sei, scherzte Wagner.

(Hanning Voigts)

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