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Hessen: Die Überlastung im Schulsystem stoppen

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Von: Anna Laura Müller

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Die Arbeitsbedingungen an Schulen sind von einer zunehmenden Belastung der dort arbeitenden Kräfte geprägt.
Die Arbeitsbedingungen an Schulen sind von einer zunehmenden Belastung der dort arbeitenden Kräfte geprägt. © dpa

Die Opposition im hessischen Landtag fordert Verbesserungen der Arbeitsbedingungen an Schulen. Die regierende Koalition setzt auf bereits Geleistetes.

Eine gute Ausbildung von Schüler:innen an hessischen Bildungseinrichtungen hängt nach Auffassung der SPD eng mit den Arbeitsbedingungen vor Ort zusammen. In einer von ihr angestoßenen Landtagsdebatte wurde am Mittwoch darüber diskutiert, welche Schritte nötig sind, um hessische Schulen zu Arbeitsstätten zu machen, die Nachwuchs anlocken und die Arbeitsbedingungen, die oft von Überlastung geprägt seien, zu verbessern.

Die Landtagsfraktion der SPD hatte die Bildungsdebatte mit einem Antrag in Gang gebracht. Sie fodert unter anderem eine wissenschaftliche Arbeitszeitstudie, die erfassen soll, wie lange Lehrkräfte tatsächlich arbeiten. Zwischen dieser tatsächlich geleisteten Arbeitszeit und der vorgeschriebenen Stundenzahl gebe es eine immer größere Lücke.

Nina Heidt-Sommer (SPD), selbst studierte Grundschullehrerin, verlangte vor allem Entlastung, Wertschätzung und angemessene Bezahlung für Beschäftigte an Schulen. „Viele Lehrkräfte arbeiten heute am und oft über ihrem Limit, weil die Aufgaben für Lehrkräfte und Schulen in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen haben“, so die Abgeordnete. Ihr Vorwurf: Die regierenden Parteien berücksichtigten diese Zustände nur unzureichend.

Daniel May (Grüne) wies diese Vorwürfe zurück und begründete dies damit, dass die schwarz-grüne Koalition gemeinsam schon vieles von dem im Antrag Geforderten auf den Weg gebracht habe. Insgesamt bemängelte er wenig Konkretes in den Vorschlägen und nannte den vorgelegten Antrag „trivial“. Eine „Opposition im Tiefschlaf“ sei hier zu beobachten, die Umstände dramatisch darstelle aber selbst keinen Plan habe. Man müsse Herausforderungen im Schulsystem benennen, aber auch sehen was geleistet werde, so May.

Alexander Lorz (CDU) trug diese Leistungen anschließend akribisch vor. Zwischen den Jahren 2017 und 2020 seien beispielsweise 375 zusätzliche Studienplätze für Grundschullehramtstudierende geschaffen worden. „Wir haben bewiesen was wir schaffen können“, sagte Lorz.

Die Linke stellte die vorgetragenen Errungenschaften in Frage. 5000 zusätzliche Kräfte brauche es in Grundschulen, so die Fraktionsvorsitzende Elisabeth Kula, und fragte: „Wo sollen die denn herkommen?“

Um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken forderte Moritz Promny, bildungspolitischer Sprecher der FDP, eine bessere Bedarfsplanung. Es könne nicht sein, dass erst Jahre später auffällt, dass zu wenig Lehrkräfte da sein werden.

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