Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nur noch zum Mitnehmen dürfen Kantinen Essen anbieten. Gegessen werden darf in der Kantine nicht mehr.
+
Nur noch zum Mitnehmen dürfen Kantinen Essen anbieten. Gegessen werden darf in der Kantine nicht mehr.

Corona

Corona in Unternehmen: Die Kantine bleibt zu

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
    schließen

Die Essensabgabe in Unternehmen ist nur noch zum Mitnehmen erlaubt. Ein Frankfurter Catering-Unternehmen bietet nun alternativ eine Online-Kantine an.

Der Liebfrauenberg-Brunnen in der Frankfurter Innenstadt dient als Esstisch. Der Herr im Anzug verspeist an diesem Mittag eine Lasagne aus der Alufolienpackung vom Italiener. Um ihn herum essen trotz Kälte auch andere. „Die Kantine ist zu“, erzählt der Herr.

Betriebskantinen sind seit dem zweiten Lockdown geschlossen. Ausnahmen sind Kliniken. Seit Montag ist auch der Verzehr von Mahlzeiten in der Kantine nicht mehr erlaubt. Erlaubt bleibt die Abgabe von mitnahmefähigen Speisen und Getränken. Bei der KfW in Frankfurt nutzten, wie eine Sprecherin mitteilt, normalerweise täglich im Schnitt 2100 Tischgäste das Mitarbeiter:innen-Restaurant. Viele seien schon länger im Homeoffice. Aktuell gäbe es noch 800 Speisenabholer:innen. An Abgabepunkten mit Markierungen am Boden, um die Abstände einzuhalten, können die Angestellten zwischen zwei warmen Gerichten to go (eins davon vegetarisch) oder Lunchboxen (belegte Brote und Salate) wählen. Gegessen werden dürfe ausschließlich am eigenen Arbeitsplatz. Die Menüboxen seien biologisch abbaubar.

Bei Opel in Rüsselsheim seien, wie ein Sprecher mitteilt, die Kantinen bereits seit Beginn der Pandemie im vergangenen März aufgrund des erhöhten Ansteckungsrisikos sowie der geringeren Anzahl an Beschäftigten am Standort vollständig geschlossen worden. Die Mehrheit der Belegschaft sei im Homeoffice. Die Werksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter seien angehalten, sich ihre Verpflegung selbst mitzubringen.

Es gäbe aber auch ein Snackmobil mit einem reduzierten Angebot von warmen und kalten Speisen, das an Werktagen verschiedene Standorte im Werk anfahre. Zudem würden Getränke- und Snackautomaten sowie Wasserspender unter strengen Hygieneauflagen betrieben. Die Mitarbeiter:innen dürften nur in ausgewiesenen Aufenthaltsbereichen essen. Aufgrund der Abstandsregelungen sei die Anzahl der Aufenthaltsbereiche im Werk signifikant erhöht worden.

Um die Versorgung von Patient:innen mit lebensnotwendigen Medikamenten sicherzustellen, laufe die Arbeit in Produktion und Laboren beim Merck-Konzern in Darmstadt weiter. Für diese Mitarbeiter:innen vor Ort stünden zwei warme Optionen (eine vegetarisch) zur Auswahl. Morgens können sie sich, wie Merck mitteilt, mit einem Frühstück versorgen sowie den ganzen Tag über auf das Angebot der Bäckerei und der Metzgerei am Standort zurückgreifen.

Bei Procter & Gamble seien 90 Prozent der Angestellten in Schwalbach im Homeoffice. Am Standort gäbe es täglich ein warmes Gericht. Der Verzehr erfolge unter Abstandsregeln in Pausenräumen.

Seit wenigen Wochen bietet das Frankfurter Catering-Unternehmen „we celebrate“ bislang in Frankfurt, Eschborn und Bad Homburg die Online-Kantine namens „eurekantine.de“ an. „Unternehmen mit 15 bis 1000 Mitarbeitern, deren Kantinen komplett geschlossen sind, zeigen großes Interesse“, sagt Geschäftsführer Jan Dinter. Bis Ende März rechneten sie mit bis zu 500 Essenbestellungen pro Woche.

Das Konzept: Mitarbeiter:innen bestellen online am Vortag aus einem wechselnden Angebot von 30 Speisen. Die Zutaten stammten bevorzugt aus saisonalem Anbau. Das Angebot beinhalte täglich vegetarische und vegane Optionen. Die Gerichte werden kalt am nächsten Mittag angeliefert. Die Angestellten könnten ihr Essen selbst erwärmen, wann immer sie essen wollen. Das gebrauchte Mehrweggeschirr werde am Folgetag abgeholt. Eine Speise koste für die Arbeitnehmer:innen fünf Euro, der Restbetrag werde vom Unternehmen bezuschusst.

Das Unternehmen zahlt pro Mitarbeiter:in einen monatlichen Grundbetrag, mit dem Kosten wie für die Logistik und das Mehrwegsystem abgedeckt seien. Ein Mindestumsatz sei nicht vorgegeben.

Die Corona-Pandemie sei eine Beschleunigerin eines gewaltigen Veränderungsprozesses in der Betriebsgastronomie. „Für viele kleine und mittelgroße Unternehmen steht schon fest, dass sie ihre Kantine auch nach Corona nicht mehr öffnen werden“, so Dinter. Homeoffice werde vermehrt fortgeführt werden, und die Kosten für eine eigene Kantine rechne sich so nicht mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare