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Hessen: Dialekte werden wieder wichtiger

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Von: Hanning Voigts

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Früher war mehr Dialekt: Alte hessische Gebäude im Freilichmuseum Hessenpark bei Neu-Anspach.
Früher war mehr Dialekt: Alte hessische Gebäude im Freilichmuseum Hessenpark bei Neu-Anspach. © Michael Schick

Die Benutzung hessischer Dialekte nimmt seit den 1960er-Jahren kontinuierlich ab. Nach Angaben der Landesregierung setzen sich aber Dialekt-Versatzstücke wieder im Alltag und in der Werbung durch.

Die hessische Landesregierung beobachtet eine zunehmende Aufwertung hessischer Dialekte im Alltag oder in der Werbung, obwohl es vor allem ältere Menschen sind, die die unterschiedlichen hessischen Mundarten noch richtig beherrschen. Das geht aus der Antwort der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne), auf eine Parlamentsanfrage der FDP-Abgeordneten Wiebke Knell hervor.

Grundsätzlich gebe es seit den 1960er Jahren einen anhaltenden Rückgang der Dialektverwendung in Hessen, so das Ministerium. Bei heutigen Kindern schienen Dialekte „in ihrer traditionellen Form kaum noch anzukommen“, auch weil Spracherwerb nicht mehr vollständig in den Familien stattfinde. Generell hielten sich die in Südhessen gesprochenen Mundarten, etwa das um Darmstadt gesprochene Rheinfränkische oder das aus der Gegend zwischen Marburg und Frankfurt stammende Zentralhessische, etwas besser, weil diese dem Hochdeutschen näher seien. Außerdem blieben Dialekte auf dem Land wesentlich stabiler als in den Städten. Genaue Zahlen lägen der Landesregierung dazu aber nicht vor.

Hessen: Neue Spielarten der traditionellen Mundarten

Seit den späten 2000er Jahren sei zu beobachten, dass sich neue regionale Mundarten bildeten, so das Ministerium. So könne man etwa bei jüngeren Sprecher:innen in der Wetterau Versatzstücke der Frankfurter Mundart bemerken, gerade in der Familie oder in Freundeskreisen. Diese „neuen“ Dialekte stellten wieder eine „sprachliche Heimat“ dar, die etwa in der Werbung als Potenzial gesehen werde und bisher noch kaum erforscht sei. Insgesamt seien Dialekte ein „wichtiges Kulturgut“, zahlreiche Mundart- und Heimatvereine belegten auch ein weiterhin reges Interesse am regionalen Sprechen. Hessische Dialekte seien als „Sprache in der Sprache“ regulär auch Thema im Schulunterricht.

(Hanning Voigts)

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