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Hessen: Das ganze Jahr über Geflügelpest

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Von: Jutta Rippegather

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Zehntausende wurden schon wegen der Vogelgrippe gekeult: Truthühner.
Zehntausende wurden schon wegen der Vogelgrippe gekeult: Truthühner. © Imago

Die Winterseuche ist endemisch geworden. Wir beantworten Fragen zur Lage in Hessen.

Vogelgrippe ist umgangssprachlich für Geflügelpest. Wir beantworten weitere Fragen zum der meldepflichtigen Tierseuche.

Wie wird die Seuche ausgelöst?

Durch Influenza A-Viren, die über Kot, Staub oder Tröpfchen übertragen werden. Man unterscheidet zwischen niedrigpathogenen und hochpathogenen Influenzaviren. Letztere können tödlich sein für Hühner oder Wildvögel. Die niedrigpathogenen Influenzaviren rufen oft wenig oder gar keine Krankheitsanzeichen hervor.

Wie wirkt sich die Vogelgrippe auf den Menschen aus?

Kommt es zu einer Infektion, treten erste Symptome beim Menschen zwei bis fünf Tage nach der Infektion auf. Neben hohem Fieber, Husten und Atemnot sind auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall häufig. Kopf-, Hals- und Muskelbeschwerden treten nicht immer auf. Die Übertragung von Vogelinfluenzaviren vom Tier auf den Menschen ist nicht sehr infektiös und erfolgt nur bei sehr engem Kontakt.

Wie ist die Situation derzeit in Hessen?

Am 9. November stellten die Behörden einen Ausbruch in einem Geflügelbetrieb in Hungen im Landkreis Gießen fest. Sie errichteten eine Sperrzone. Bestehend aus einer Schutzzone mit einem Radius von drei Kilometern und einer Überwachungszone mit einem Radius von zehn Kilometern um den Betrieb.

Wer ist von der Sperrzone betroffen?

Betriebe im Landkreis Gießen und im Wetteraukreis. Sie unterliegen strengen Regelungen zur Seuchenbekämpfung. Es gibt Beschränkung beim Herausbringen der Tiere und tierischen Erzeugnissen sowie der Aufstallung von Geflügel.

Was geschah mit den Tieren in dem Betrieb in Hungen?

Nachdem mehrere Puten verendet waren, kam es zur tierärztlichen Abklärung durch den Geflügelgesundheitsdienst des Landes. Die Untersuchung der Proben im Landeslabor mit positivem Ergebnis auf aviäre Influenzaviren wurden zur Abklärung an das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut gesendet. Das bestätigte den Nachweis am 9. November. In der kurzen Zeit verendeten zahlreiche weitere Tiere, so das Umweltministerium. Die übrig erkrankten und krankheitsverdächtigen Puten seien getötet und fachgerecht beseitigt worden. „Der Haltungs-Betrieb wird fachgerecht gereinigt und desinfiziert.“

Was passiert mit den Eiern der Freilauf-Hühner, die zum Schutz eingesperrt sind?

Eier aus Freilandhaltung dürfen – trotz veterinärrechtlichem Aufstallungsgebot – 16 Wochen als Freilandeier vermarktet werden. Danach nur noch als Eier aus Bodenhaltung.

Wie oft grassiert die Tierseuche?

Die bei Vögeln vorkommenden Influenzaviren sind weltweit verbreitet, die Schwere der Ausbrüche hat stark zugenommen. Schwerpunkte liegen in Asien und dem mittleren Osten. Im Winterhalbjahr 2016/17 erlebten Deutschland und Europa eine schwere Geflügelpest, die im Winterhalbjahr 2020/2021 übertroffen wurde. Nach einem Abflauen im Sommerhalbjahr 2021 häuften sich die Fälle bei Wildvögeln und bei Hausgeflügel ab Mitte Oktober 2021 wieder und übertrafen noch die Dimensionen des Vorjahrs. Seit 2021 werden auch im Sommerhalbjahr Viren bei Wildvögeln und vereinzelt Geflügel festgestellt. Vermutet wird laut Umweltministerium, dass das Geflügelpestvirus in Deutschland und benachbarten EU-Staaten endemisch geworden ist. „Das bedeutet, dass das ganze Jahr hindurch Geflügelpestviren in der heimischen Wildvogelpopulation vorhanden sind und über infizierte Wildtiere in Geflügelhaltungen eingetragen werden.“

Wo kann ich mich weiter informieren?

Auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie auf der Internetseite des Friedrich-Loeffler-Instituts: umwelt.hessen.de oder www.fli.de

Zusammenstellt von Jutta Rippegather

Kurz vor Weihnachten ohnehin nicht zu beneiden: Mastgänse.
Kurz vor Weihnachten ohnehin nicht zu beneiden: Mastgänse. © IMAGO/Panama Pictures

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