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Hessen: Das 9-Euro-Ticket ist in Arbeit

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Von: Jutta Rippegather

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Auch am RMV-Automaten soll das 9-Euro-Ticket erhältlich sein. dpa
Auch am RMV-Automaten soll das 9-Euro-Ticket erhältlich sein. dpa © dpa

Der RMV informiert über Details. Hessens Minister Al-Wazir fordert mehr Geld vom Bund für den ÖPNV-Ausbau.

Die Vorbereitungen für das 9-Euro-Monatsticket schreiten voran. Einige Details stehen schon fest, andere Fragen sind noch unbeantwortet. Kommt es zu einer Einigung zwischen Bund und Ländern, könnte es zum 1. Juni losgehen, sagte der Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Maximilian Meyer, am Montag der Frankfurter Rundschau. Im Mai würde dann der Verkauf beginnen. Einen konkreten Termin konnte er noch nicht nennen.

Mehr Geld vom Bund gefordert

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) betonte, dass es bei der Übernahme der Kosten für das Flatrate-Angebot nicht bleiben dürfe. „Die vom Bundesverkehrsminister angekündigte Finanzierung des 9-Euro-Tickets reicht nicht aus“, sagte Al-Wazir am Montag in Wiesbaden. Die Länder erwarteten die Erhöhung der Regionalisierungsmittel, auf die sich die Ampel-Regierung im Koalitionsvertrag verständigt hat. Die angekündigten 2,5 Milliarden Euro zur Finanzierung des auf drei Monate befristeten 9-Euro-Tickets seien nicht genug. Das Angebot inklusive der Infrastruktur müsse ausgebaut werden. „Sonst besteht die Gefahr, dass das größte Experiment im ÖPNV am Ende mit Frust bei den Bus- und Bahnreisenden und einem massiven Dämpfer für die Verkehrswende endet.“

Nur im Regionalverkehr

Das 9-Euro-Monatsticket für den Regionalverkehr ist Teil des Entlastungspakets, mit dem die Ampelkoalition im Bund die gestiegenen Verbrauchskosten abfedern will. Fest steht inzwischen, dass es im gesamten Bundesgebiet gelten soll – allerdings nicht im Fernverkehr. Der RMV befindet sich in enger Absprache mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mit dem Ziel einer möglichst einheitlichen Regelung.

Geplant seien drei Vertriebswege: über die Automaten, die RMV-App und möglichst viele Verkaufsstellen, sagt Meyer. Die Gültigkeit endet jeweils zum letzten Tag des Monats – unabhängig davon, wann das Ticket gekauft wurde. Zeitkartenkund:innen müssen nicht tätig werden. Ihre Karte gilt weiterhin – inklusive der Besonderheiten wie die Mitnahmemöglichkeit. Ihnen werden die drei Monate gutgeschrieben – wie das genau läuft, sei abhängig vom jeweiligen Verkehrsunternehmen, sagte RMV-Sprecher Meyer. Offen sei auch noch, wie die Regelung bei der Fahrradmitnahme aussehen werde. Der RMV sei einer der wenigen Verbünde, bei dem das Rad kostenlos mitgeführt werden könne. Es gibt Befürchtungen, dass es in den drei Monaten noch enger in den Bahnen werden könnte. Denn mehr Personal und Fahrzeuge seien auf die Schnelle nicht aus dem Hut zu zaubern, so der RMV-Sprecher. Zudem seien Urlaubszeit und Corona auch nicht vorbei.

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) verwies auf die vielen noch offenen Fragen. Der nötige Gesetzgebungsprozess stünde auch noch aus. Sobald dies geklärt sei, werde man über das weitere Vorgehen informieren, sagte eine Sprecherin zur Nachrichtenagentur dpa.

Der verkehrspolitische Sprecher der hessischen FDP, Stefan Naas, forderte den Minister auf, selbst aktiv zu werden, statt auf Berlin zu deuten. Auf Landesebene gebe es viele Möglichkeiten, den Menschen ein attraktives Mobilitätsangebot ohne Auto zu machen. Etwa die Gründung einer hessischen Gesellschaft für Schieneninfrastruktur oder ein Gratisticket für Schüler:innen.

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