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Verkehr

Hessen: Corona senkt die Unfallzahlen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Der Rückgang ist die direkte Folge der geänderten Mobilität. Kein Kind starb im vergangenen Jahr im Straßenverkehr, aber fünf Jugendliche fanden den Tod.

Weniger Mobilität, weniger Verkehrstote: Im vergangenen Corona-Jahr starben in Hessen 205 Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Das ist der niedrigste Wert seit 1950. „Besonders ermutigend ist, dass kein Kind im Straßenverkehr getötet wurde“, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik in Wiesbaden. Im Jahr 2019 hatten in Hessen drei Kinder und drei Jugendliche den Tod auf der Straße gefunden. Im vergangenen Jahr allerdings fünf Jugendliche.

Statistik 2020

Auf den Autobahnen gab es 12 330 Unfälle, 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf Bundesstraßen 18 048 Unfälle (minus 18 Prozent), auf Landesstraßen 21 321 (minus 11 Prozent), auf Kreisstraßen 9496 (minus 15,5 Prozent), auf sonstigen Straßen 61 591 (minus 17,5 Prozent).

Trotz des Fahrradbooms blieb die Zahl der Getöteten mit 18 konstant, die der Schwerverletzten ist leicht rückläufig (2020: 662, 2019: 671). Neun Menschen kamen auf dem Pedelec ums Leben (2019: 5), es wurden 61 Personen mehr schwer verletzt als 2019 (170). Mit E-Bikes kam niemand ums Leben. Schwer verletzt wurde mit zwei Personen eine weniger. jur

Auffällig ist ein deutlicher Rückgang bei den Unfällen sowie den Schwerverletzten und Getöteten. Hier spiegelt sich das geänderte Mobilitätsverhalten in der Pandemie wider. Mit 122 786 Verkehrsunfällen sanken die Zahlen auf das Niveau von vor 23 Jahren, im Vorjahr waren es 18 Prozentpunkte mehr. Selbst bei motorisierten Zweirädern sind die Unfallzahlen rückläufig – obwohl die Zulassungszahlen um stolze 30 Prozent stiegen. 54 Kradfahrerinnen und -fahrer verloren im Straßenverkehr ihr Leben – eine Person mehr als 2019. Aufgrund immer noch hoher Unfall- und Verunglücktenzahlen insbesondere von Motorrädern mit mehr als 125 Kubikzentimeter Hubraum will die hessische Polizei diese Verkehrsteilnehmer:innen weiterhin besonders in den Fokus nehmen.

Sehr stark gingen die Unfallzahlen auf den Autobahnen (30 Prozent) zurück. Speziell in der ersten Welle war bei vielen statt Pendeln Homeoffice angesagt. Nicht wenige Autourlaube fielen ins Wasser. Obwohl merklich mehr Menschen vom öffentlichen Personennahverkehr auf das eigene Auto, Motorrad oder Fahrrad umstiegen, war das Verkehrsaufkommen deutlich geringer. „Der Unfallrückgang ist eine der wenigen erfreulichen Nebenwirkungen der Pandemie“, bilanzierte Minister Beuth.

Merkbare Zuwächse registriert die Polizei hingegen bei verbotenen Autorennen. Die Zahl der Anzeigen hat sich mit 155 im Jahr 2020 mehr als verdoppelt. In zwei Fällen kam es zu schlimmen Unfällen: Im Oktober wurden auf der Autobahn 66 ein unbeteiligter Verkehrsteilnehmer und im November 2020 sogar zwei in der Frankfurter Innenstadt getötet. In beiden Fällen besteht der Verdacht auf illegale Kraftfahrzeugrennen. „Wir haben diese Gefahr erkannt und gehen massiv dagegen vor“, versicherte Beuth. Die hessische Polizei habe den Kampf gegen Raser:innen in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert. Alle Präsidien verfügten über spezielle Kontrolleinheiten. Die dieser Tage verabschiedeten deutlich erhöhten Bußgelder für Tempoverstöße könnten ebenfalls helfen, Todesfälle wie diese künftig zu verhindern.

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