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Hessen: Corona-Politik setzt auf Maske

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Von: Jutta Rippegather

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So nicht: In Fernzügen ist FFP-2-Pflicht. Renate Hoyer
So nicht: In Fernzügen ist FFP-2-Pflicht. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Neue Verordnung für den Winter legt den Schwerpunkt auf Kliniken und Pflegeheime. Gültig ist sie ab 1. Oktober.

Zum 1. Oktober tritt Hessens neue Corona-Schutzverordnung in Kraft. Die Regeln bleiben im Kern unverändert. Im dritten Covid-Winter setzt die Politik vor allem auf Mund-Nase-Schutz, Tests sind nur in vulnerablen Einrichtungen Pflicht. Neu ist die Vorgabe, an bestimmten Orten ausschließlich Masken von FFP2-Qualität zu tragen. Anlass für die Verordnung ist das neue Bundesinfektionsschutzgesetz, das ebenfalls zum 1. Oktober greift.

Mehr Neuinfektionen

Unterdes steigt die Zahl der Neuinfektionen laut Landesregierung wieder an. Die Zahl der auf den Intensivstationen zu behandelnden Patientinnen und Patienten mit sehr schweren Krankheitsverläufen sei aber auf einem eher niedrigen Niveau. „Deshalb ist es vernünftig, dass wir zunächst bei den bislang geltenden Basisschutzmaßnahmen bleiben, die Lage aber genau beobachten“, ließen Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) in einer gemeinsamen Mitteilung wissen.

Wer Bus oder Bahn fährt, muss weiterhin Mund-Nase-Schutz tragen. Die hessische Corona-Schutzverordnung hält an einer Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr fest, weil dort regelmäßig viele und ständig wechselnde Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Eine medizinische Maske, auch OP-Maske genannt, reicht aus. Empfehlenswert sei eine FFP2-Maske zum besseren Schutz. Im Fernverkehr hingegen ist eine solche laut Bundesinfektionsschutzgesetz ab 1. Oktober Pflicht. Wer im ICE nur eine medizinische Maske trägt, verstößt demnach gegen die neue Regel.

Nur mit Test ins Pflegeheim

Vulnerable Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime dürfen ebenfalls nur mit FFP2-Maske betreten werden. Besucherinnen und Besucher müssen sich weiterhin vorab testen lassen – es reicht ein aktueller Schnelltest. Auch für Beschäftigte reicht das Tragen einer medizinischen Maske nicht mehr aus, sie müssen sich zudem dreimal wöchentlich anlasslos testen lassen. Zwei Neuerungen, die Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor des Frankfurter Universitätsklinikums, dieser Tage als „unangemessen“ kritisiert hatte. Die bisherigen Regeln hätten sich bewährt. Er befürchtet, dass es zu mehr Pausen kommt, die das Arbeitsschutzgesetz für das Tragen der Spezialmaske gewährt.

Die neue hessische Verordnung gilt zunächst bis zum 7. April, so lange wie das Bundesgesetz. Sollte sich das Infektionsgeschehen in Hessen zuspitzen, müsste der Landtag über Verschärfungen abstimmen. Maßstab bleibe, das Gesundheitssystem vor Überlastung zu bewahren, sagte der Gesundheitsminister. „Sollte der Pandemieverlauf stärkere Schutzmaßnahmen erforderlich machen oder eine neue pathogenere Virusvariante auftreten, würde eine neue Verordnung notwendig.“ Der Ministerpräsident appellierte an die Bevölkerung, insbesondere im Umgang mit grunderkrankten, vorbelasteten Menschen vorsichtig zu sein. Ziel sei auch, speziell in der kritischen Infrastruktur zu viele Personalausfälle zu vermeiden. Hessen hatte dieser Tage gemeinsam mit Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vergeblich aufgefordert, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte zu beenden; Hintergrund ist die Sorge, dass es in Krankenhäusern oder bei der Polizei eng werden könnte.

Die Verordnung sieht keine Einschränkungen für den Aufenthalt in Supermärkten, Stadien oder Konzertsälen vor. Gleichwohl rät das Sozialministerium auf FR-Anfrage, gerade in der jetzt beginnenden kälteren Jahreszeit in Innenräumen bei Begegnungen Maske zu tragen und sich vorher zu testen. „Masken sind und bleiben das beste Mittel, um sich und andere vor einer Neuinfektion zu schützen“, lautet die Empfehlung für den dritten Corona-Winter. Und: „Auch regelmäßiges Lüften von Innenräumen bleibt eine einfache und effektive Maßnahme, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.“

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