1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Hessen: Corona-Maßnahmen werden gelockert

Erstellt:

Von: Hanning Voigts

Kommentare

In Fußballstadien dürfen ab dem 5. März wieder 25 000 Menschen eingelassen werden. Foto: dpa
In Fußballstadien dürfen ab dem 5. März wieder 25 000 Menschen eingelassen werden. © dpa

Weil die Infektionszahlen sinken und die Intensivstationen nicht überlastet sind, lockert Hessen die Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie. Ab dem 5. März gelten wesentlich laschere Regeln.

Hessen setzt auf massive Lockerungen der Schutzmaßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie. „Wir gehen davon aus, dass diese Omikronwelle ihren Scheitelpunkt überschritten hat“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Anschluss an eine Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts in Wiesbaden vor Journalist:innen. „Wir glauben, dass wir sehr zuversichtlich sein können, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht.“

Obwohl die Pandemie noch nicht beendet sei, gingen die Infektionszahlen zurück, die Krankenhäuser und insbesondere die Intensivstationen seien aktuell nicht überlastet, so Bouffier. Daher sei es jetzt geboten und auch zu verantworten, Grundrechtseingriffe schrittweise zurückzunehmen. Die Rückkehr in ein „weitgehend normales Leben“ sei möglich, so der Ministerpräsident. Hessen setzt dabei die Beschlüsse um, die Bund und Länder bereits in der vergangenen Woche vereinbart hatten.

Bereits ab dem heutigen Dienstag sollen als erster Lockerungsschritt alle Begrenzungen für private Treffen im öffentlichen Raum wegfallen. Geimpfte und Genesene können sich dann wieder in beliebig großer Zahl treffen. Für Ungeimpfte gilt weiter, dass sie sich nur mit Angehörigen ihres eigenen Haushalts und einer weiteren Person treffen dürfen.

Ab Freitag, 4. März, treten dann in einem zweiten Schritt vorerst bis zum 19. März Lockerungen für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens in Kraft.

Veranstaltungen : Bei Veranstaltungen im Freien dürfen die Kapazitäten etwa von Sitzplätzen dann wieder bis zu 75 Prozent genutzt werden, maximal dürfen dabei 25 000 Menschen eingelassen werden. Das gilt unter anderem auch für Fußballspiele. Ab zehn Teilnehmer:innen gilt die sogenannte 3G-Regel, das bedeutet, dass nur Geimpfte, Genesene oder tagesaktuell Getestete Zutritt haben. Ab 500 Teilnehmer:innen gilt 2G-plus, es dürfen also nur Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten, die außerdem geboostert oder frisch getestet sind. Solange nicht mehr als 500 Menschen an einer Veranstaltung teilnehmen, darf die Kapazität des Ortes auch zu mehr als 75 Prozent ausgenutzt werden. Für Veranstaltungen in Innenräumen gilt, dass nur 60 Prozent der Auslastung erreicht werden darf, maximal 6000 Personen dürfen teilnehmen. Bei mehr als 500 Personen gilt ebenfalls die 2G-plus-Regel, bei bis zu 500 Teilnehmer:innen dürfen Innenräume auch mit mehr als 60 Prozent der Kapazität gefüllt werden. Die Maskenpflicht bleibt bestehen.

Kultur und Freizeit : Im gesamten Bereich von Kultur und Freizeit gilt ab dem 4. März die sogenannte 3G-Regel, das bedeutet, dass auch Ungeimpfte Eintritt erhalten, solange sie einen aktuellen negativen Test vorweisen können. Dies betrifft alle Sporthallen, Fitnessstudios, Schlösser, Museen, Hallenbäder, Saunas, Gärten und körpernahe Dienstleistungen wie etwa Friseursalons.

Gastronomie und Clubs : Restaurants und Hotels dürfen ab dem 4. März ebenfalls wieder nach der sogenannten 3G-Regel öffnen, also alle einlassen, solange sie frisch negativ getestet sind. Auch Clubs und Diskotheken dürfen öffnen, es gilt die 2G-plus-Regel. „Ich freue mich sehr, dass gerade die, die ja nun lange, lange Zeit nicht aufmachen durften, wieder ihr Geschäft betreiben dürfen“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier dazu. Gerade für junge Menschen sei es wichtig, dass sie sich wieder treffen könnten. „Ich glaube, dass das verantwortet werden kann“, so Bouffier.

Schulen : In den Schulen fällt ab dem 4. März die Maskenpflicht am Sitzplatz weg. Bei einem positiven Test in einer Schulklasse müssen alle anderen Schüler:innen nur noch sieben Tage lang täglich getestet werden. Ansonsten bleibt es bei drei verpflichtenden Tests pro Woche für Ungeimpfte, Geimpfte können freiwillig mitmachen.

Weil die aktuell gültigen Regelungen des Bundesinfektionsschutzgesetzes ab dem 20. März auslaufen und die Ampel-Koalition in Berlin noch darüber diskutiert, wie es danach weitergehen soll, fallen theoretisch ab diesem Tag sämtliche Corona-Einschränkungen weg. Volker Bouffier und Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) sprachen sich erneut dafür aus, den Ländern auch weiter die rechtliche Möglichkeit zu geben, bei erneutem Steigen der Infektionszahlen oder lokalen Corona-Ausbrüchen Maßnahmen wie Masken- oder Testpflicht verhängen zu können. Es sei „bedauerlich“, dass die Mehrheit im Bundestag sich diesbezüglich noch nicht geeinigt habe, sagte Bouffier. Gesundheitsminister Klose ergänzte, alle Bundesländer wollten, „dass der Instrumentenkasten auch nach dem 20. März weiter zur Verfügung steht“.

Ministerpräsident Bouffier äußerte die Hoffnung, dass die hessischen Bürger:innen sich auch mit den gelockerten Regeln vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten würden. Kai Klose sagte, Abstands- und Hygieneregeln sowie das Masketragen seien auch weiter sinnvoll. Der Gesundheitsminister rief auch erneut dazu auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Eine möglichst hohe Impfquote ist der beste Schutz gegen schwere Erkrankungen“, sagte er. Für alle, die gegenüber den neuartigen Impfstoffen skeptisch seien, stehe bald der herkömmliche Impfstoff von Novavax zur Verfügung. Insgesamt sei es mittlerweile flächendeckend in Hessen leicht möglich, sich immunisieren zu lassen.

Auch interessant

Kommentare