Mit einer Maske schützt sich diese Frau an der Hauptwache gegen das Coronavirus.
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Mit einer Maske schützt sich diese Frau an der Hauptwache gegen das Coronavirus.

Hessen

Corona-Entspannung zum Monatsende in Hessen erhofft

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Hessens Gesundheitsminister Kai Klose setzt darauf, dass die Corona-Regeln Wirkung zeigen. Die Intensivbetten reichen nach Einschätzung der Fachleute aus.

Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass das Land über genügend Intensivbetten verfügt, um die Versorgung auch in Zeiten der Covid-Pandemie sicherzustellen. Allerdings habe man damit begonnen, Patientinnen und Patienten mit anderen Krankheiten, die intensiver medizinischer Betreuung bedürften, von Frankfurt oder Offenbach nach Kassel zu schicken.

Unterdessen lehnt der Frankfurter Ableger der „Querdenken-Bewegung“ die Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus ab. Sie will am Samstag (14.11.2020) demonstrieren.

Corona: Hessen hat 2400 Intensivbetten

Das betreffe bisher 16 Personen, sagte Klose bei einer Onlinepressekonferenz am Dienstag. Auch für Südhessen und Darmstadt sowie den Raum Gießen/Marburg sei die „Eskalationsstufe 2“ ausgerufen worden, die solche Verlegungen in andere Gebiete ermögliche.

Hessen verfügt potenziell über 2400 Intensivbetten, von denen derzeit knapp 2100 mit dem erforderlichen Personal bereitstehen. Diese Zahlen nannten Klose und Jürgen Graf vom Universitätsklinikum Frankfurt, der den Planungsstab stationäre Versorgung Covid-19 in Hessen leitet. „Ich hoffe nicht, dass wir die 2400 Betten alle in Betrieb nehmen müssen“, sagte Graf.

Corona in Hessen: Gesundheitsminister hofft auf Wirkung des Lockdowns

Der Intensivmediziner und Klose setzen darauf, dass der Lockdown innerhalb der nächsten Wochen Wirkung zeitigt und die Zahlen der Covid-19-Neuinfektionen zurückgehen. „Wir rechnen damit, dass die drastischen Kontaktbeschränkungen sich in zwei bis drei Wochen in den Kliniken zeigen werden“, formulierte Klose. Ein Rückgang der Fälle in den Krankenhäusern sei zum Monatswechsel November/Dezember zu erwarten, hofft Graf.

intensivbetten

308 Covid-Patient:innen liegen derzeit auf den Intensivstationen hessischer Kliniken. Weitere 1148 Personen mit einer Corona-Infektion würden auf normalen Stationen der Krankenhäuser behandelt. Diese Zahlen nannte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag. 2078 Intensivbetten stehen in Hessen mit Personal zur Verfügung. Diese Zahl könnte auf bis zu 2400 erhöht werden, wenn Personal umgeschichtet würde. (pit)

An den Einschränkungen für Hessen will die schwarz-grüne Landesregierung vorerst nichts ändern: „Wir haben gegenwärtig nicht vor, die landesweite Verordnung anzupassen.“

Wir haben gegenwärtig nicht vor, die landesweite Verordnung anzupassen.

Kai Klose

Derweil gehen die Kliniken unterschiedlich mit planbaren Operationen um. Teilweise werden sie verschoben, um die notwendigen Kapazitäten für Corona-Patient:innen vorhalten zu können, etwa in Offenbach. Es bestehe aber „noch nicht die Notwendigkeit“, derartige „elektive Eingriffe generell zu verbieten“, stellte Kai Klose fest.

Corona in Hessen: noch kein Verbot für planbare Operationen

Denkbar sei, dass der Bund ein solches Verbot wie bereits im Frühjahr verhänge. Die Kliniken erwarteten aber, dass der Bund dann auch für die Einnahmeausfälle aufkomme, erläuterte Klose. „Am Ende des Tages kann es sein, dass es dieses Instrumentes bedarf.“

Ein Patient liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses im Krankenbett und wird künstlich beatmet. (Symbolbild)

Corona-Virus: Hessische Krankenhäuser besser auf hohe Zahl an Patient:innen vorbereitet

Der hessische Landtag debattiert am Mittwoch über die Lage der stationären Gesundheitsversorgung im Land. CDU und Grüne haben das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Sie wollen darauf hinweisen, „dass die Krankenhäuser in Hessen im Hinblick auf ihre Intensivkapazitäten und die Zahl der zur Verfügung stehenden Beatmungsgeräte noch besser auf eine hohe Zahl an Patientinnen und Patienten vorbereitet sind als im Frühjahr“.

Die Koalitionsfraktionen weisen darauf hin, dass das Land seither zehn Millionen Euro bereitgestellt habe, um 450 zusätzliche Beatmungsgeräte zu beschaffen. Auch mit Hilfe von Zahlungen des Bundes sei es möglich geworden, dass die Kapazität an Intensivbetten innerhalb von sechs Monaten nahezu verdoppelt worden sei.

Wegen Corona verzichten viele in Hessen auf nicht dringende Arztbesuche

Patient:innen verzichten in Corona-Zeiten offenbar auf manchen Arztbesuch, den sie nicht für dringend halten. So sei in den Lockdownmonaten März und April ein Rückgang der Kindervorsorgeuntersuchungen U7 bis U9 um rund 20 Prozent festgestellt worden, antwortete Klose jetzt auf eine Parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Rainer Rahn. Er fügte hinzu, die Landesregierung gehe davon aus, „dass die entsprechenden Untersuchungen und Impfungen aus eigenem Antrieb nachgeholt werden“. (Pitt von Bebenburg)

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