Atommüll

Castoren dürfen nach Biblis

  • Peter Hanack
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Verwaltungsgerichtshof in Kassel lehnt Klage des Bund gegen Einlagerung ab.

Der hessische Verwaltungsgerichtshof hat die Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gegen die Einlagerung von sechs Castor-Behältern im stillgelegten Atomkraftwerk Biblis abgelehnt. Der hessische Landesverband des BUND hatte damit versucht, den Transport der Behälter aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage in Sellafield nach Hessen zu verhindern.

Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, werde die Genehmigung zur Aufbewahrung weiterer Castor-Behälter in Biblis nicht vorläufig außer Vollzug gesetzt. Damit können auch die Castoren aus Sellafield nach Biblis kommen. Der Eilantrag des BUND sei unbegründet. Es bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse daran, die wiederaufbereiteten Kernbrennstoffe zeitnah aus der Anlage in Sellafield aufzunehmen.

Der BUND zeigte sich von der Entscheidung enttäuscht. Bei der Castor-Einlagerung seien wesentliche Ziele des Atomrechts zur Vorsorge gegen Schäden durch radioaktive Strahlung nicht erfüllt, beklagte der BUND-Atomexperte Werner Neumann. Ein großes Problem bestehe etwa darin, dass es keine Reparaturmöglichkeit gebe, wenn ein Deckel der Behälter undicht werde.

Der ursprünglich für den 12. März vorgesehene Transport wurde auf den Zeitraum von 26. Oktober bis 4. November verschoben. Die Castoren sollen dann in Nordenham bei Bremerhaven ankommen und auf dem Schienenweg über Göttingen, Fulda, Frankfurt und Darmstadt nach Biblis gebracht werden. Ein breites Aktionsbündnis macht gegen diesen Transport mobil.

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