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Hessen: Boom in der Informationsbranche

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Von: Jutta Rippegather

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Serverraum im Rechenzentrum der Telehouse Deutschland in Frankfurt.
Serverraum im Rechenzentrum der Telehouse Deutschland in Frankfurt. dpa © dpa

Die Wirtschaftliche Bedeutung in Hessen wächst. Die Unternehmen fordern den Ausbau von Rechenzentren.

Die Informations- und Kommunikationsbranche (IKT) hat stark an Bedeutung in Hessen zugelegt. Als „einer der maßgeblichen Treiber der hessischen Wirtschaft“ beschäftigte sie im Jahr 2021 mehr als 120 000 Personen. So das Ergebnis einer Studie, die Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) am Montag in Frankfurt vorgestellt hat. Demnach wies der Gesamtumsatz der Branche zwischen 2015 und 2019 eine jährliche Wachstumsrate von 8,6 Prozentpunkten auf und wird – nach krisenbedingter Stagnation – im vergangenen Jahr voraussichtlich einen Umsatz von 39 Milliarden Euro generieren.

Frankfurt ist Zentrum

Dienstleistungen wie IT-Beratung, Web- und Datenbanklösungen sind demnach der stärkste Teilmarkt der IKT-Wirtschaft in Hessen. Gefolgt von der Produktion elektronischer Bauteile und dem Großhandel mit Datenverarbeitungsgeräten. Knapp ein Drittel aller Beschäftigten arbeitet in Frankfurt, gefolgt von Darmstadt und dem Main-Taunus-Kreis.

Bei den Neugründungen in Hessen hat IKT die Nase vorn. 39 Prozent aller Start-ups waren im Jahr 2020 der Informations- und Kommunikationstechnologie zuzuordnen. Sinemus wies auf das „größte Förderprogramm für Digitalisierung in der Geschichte Hessens“ hin. Bis Ende 2022 seien 109 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 33 Millionen Euro bewilligt oder kurz davor. Insgesamt resultiere das starke Wachstum der Branche aus einem immer größeren Datenverkehr. Der größte Internetknoten Europas, der DE-CIX Frankfurt, habe im vergangenen Jahr einen neuen Rekord beim Datendurchsatz aufgestellt, erstmals die Grenze von 14 Terabit pro Sekunde überschritten. Als „Herzstück der Branche“ sorgten Rechenzentren für die zunehmend größere Datenspeicherung und -verarbeitung, ergänzte Béla Waldhauser, Chief Executive Officer der Telehouse Deutschland und forderte den weiteren Ausbau. „Eine nachhaltige Digitalisierung trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung bei.“

SPD kritisiert Ablenkungsmanöver

Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Bijan Kaffenberger, warf Sinemus vor, sich mit fremden Federn zu schmücken. Zur Ansiedelung der Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet habe die Landesregierung nichts beigetragen. Der Wettbewerbsvorteil der Rhein-Main-Region liege allein im Internetknoten begründet. „Scheinbar soll hier ein Ablenkungsmanöver stattfinden, um vom desaströsen Scheitern des Mobilfunkausbaus in Hessen abzulenken.“

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