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Hessen: Björn Höckes Buch wird nicht indiziert

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Von: Hanning Voigts

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Der rechtsextreme AfD-Politiker Björn Höcke bei einer Kundgebung in Offenbach. Foto: Peter Jülich
Der rechtsextreme AfD-Politiker Björn Höcke bei einer Kundgebung in Offenbach. Foto: Peter Jülich © peter-juelich.com

Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker wollte das Buch des rechtsextremen AfD-Politiker Björn Höcke indizieren lassen. Doch die zuständige Behörde sieht dafür keinen Grund.

Das Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ des rechtsextremen AfD-Politikers Björn Höcke wird nicht indiziert. Wie eine Sprecherin der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mitteilte, hat die in Bonn ansässige Behörde nach einer Anhörung entschieden, das Buch nicht auf die Liste jugendgefährdender Medien aufzunehmen. Eine ausführliche Begründung werde derzeit noch erarbeitet.

Das 2018 erschienene Buch enthält lange Interviews mit Höcke, in denen der Partei- und Fraktionschef der Thüringer AfD, der auch Kopf des offiziell aufgelösten völkischen Flügels in der Partei war, seine politischen Überzeugungen darlegt. Unter anderem verbreitet er die These eines drohenden „Volkstods“ der Deutschen und fordert, Deutschland brauche eine neue politische Führung, die ein großangelegtes und auch notwendig grausames „Remigrationsprojekt“ in Gang setzen müsse.

Höcke spricht auch über angebliche mächtige „globale Geldeliten“

Außerdem kritisiert Höcke angebliche „globale Geldeliten“ und behauptet, die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen diene der „politischen Gängelung“ der Bundesrepublik.

Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker (CDU) hatte die BzKJ daher schon 2020 aufgefordert, Höckes Buch zu indizieren. Es verbreite antisemitische Stereotype, fördere Rassismus und könne „gerade junge Menschen verstören und sie auf Irrwege leiten“, hatte Becker argumentiert. Da Höcke im Zusammenhang mit Migration sogar von „millionenfacher Invasion“ spreche, könne er auch Gewalttaten inspirieren. (Hanning Voigts)

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