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Hessen: Biotop an der früheren Grenze

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Von: Pitt von Bebenburg

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ARCHIV – 27.06.2014, Thüringen, Milz: Spaziergänger laufen auf dem ehemaligen Kolonnenweg im Naturschutzgebiet Grünes Band. (zu dpa: „Todesstreifen als Einheitssymbol? – Der Kampf um das Grüne Band“) Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV – 27.06.2014, Thüringen, Milz: Spaziergänger laufen auf dem ehemaligen Kolonnenweg im Naturschutzgebiet Grünes Band. (zu dpa: „Todesstreifen als Einheitssymbol? – Der Kampf um das Grüne Band“) © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/

Hessen will das Grüne Band aufwerten. Die Landesregierung hat Naturschutz und Erinnerungsorte im Fokus

Das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze soll aufgewertet werden. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) bereitet ein Gesetz vor, um die Flächen als Nationales Naturmonument zu verankern. Das teilte sie am Montag mit.

Damit werde ein „einzigartiger Biotopverbund an der hessisch-thüringischen Grenze“ geschützt, betonte Hinz. Dadurch könnten sich seltene Pflanzen- und Tierarten wieder ausbreiten wie die Silberdistel, aber auch Fledermäuse, Luchse und Wildkatzen.

Das Grüne Band sei aber weit mehr als ein Naturschutzprojekt. „Es ist auch ein Stück lebendige Geschichte und zeigt uns durch die Einbeziehung von wichtigen Erinnerungsorten und durch die natürliche Entwicklung der Lebensräume, wie eine ehemals hochgerüstete Grenze mit Todesstreifen zu einem verbindenden Lebensraum werden kann“, erläuterte die hessische Umweltministerin.

Frühere Grenze

Das Grüne Band verläuft auf rund 1400 Kilometern entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

260 Kilometer des Grünen Bandes liegen in Hessen an der Grenze zu Thüringen. Sie verlaufen durch die Landkreise Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg und Fulda. pit

Unesco-Welterebe als Ziel

Die Grünen-Abgeordnete Vanessa Gronemann fügte hinzu, Hessen werde als erstes westdeutsches Bundesland Teil des Grünen Bandes. Das langfristige Ziel bestehe darin, den Status als Unesco-Welterbe zu erhalten.

Das Grüne Band erstrecke sich über insgesamt 12 000 Kilometern vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer und bilde „einen Korridor weitgehend unberührter Natur entlang der ehemaligen Grenze des Eisernen Vorhangs und der ehemaligen innerdeutschen Grenze“, führte Gronemann aus. Die Idee, den einstigen Grenzstreifen zum Grünen Band zu entwickeln, hatten Naturschützerinnen und Naturschützer bereits wenige Wochen nach dem Fall der Mauer auf den Weg gebracht. Darunter war der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Dessen hessischer Vizegeschäftsführer Thomas Norgall zeigte sich am Montag erfreut über den Vorstoß von Ministerin Hinz. „Mit der Sicherung des Grünen Bandes wird ein Herzstück unserer Naturschutzpolitik umgesetzt“, betonte er.

Die Politikerinnen wie der Verbandsvertreter machten darauf aufmerksam, dass auch naturnaher Tourismus zum Konzept für den Umgang mit dem ehemaligen Grenzstreifen gehöre. „Die Stärkung der touristischen Infrastruktur (zum Beispiel Themenwanderwege und Radwegeführungen) sowie die landwirtschaftliche Entwicklung sollen durch das Nationale Naturmonument und spezielle Förderschwerpunkte maßgeblich vorangetrieben werden“, heißt es in der Broschüre „Grünes Band Hessen. Eine Chance für die Region“, die das Ministerium jetzt veröffentlicht hat.

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