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Hessen

Hessen bietet Impfen ohne Termin an

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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In hessischen Impfzentren sind ab Montag keine Terminabsprachen mehr nötig. Im Oktober übernehmen die Arztpraxen die Versorgung.

Von Montag, 2. August, an kann jeder ins Impfzentrum marschieren und sich piksen lassen. Wer sich nicht in die Warteschlange einreihen möchte, erhält aber auch zeitnah einen Termin. Damit will die Landesregierung den Menschen in Hessen den Weg zum Serum noch mehr erleichtern. Gleichzeitig gehen die 28 Impfzentren im Land damit in ihre letzte Phase. Spätestens Ende September haben sie ihren Auftrag erfüllt und werden geschlossen. Die sogenannte Regelversorgung übernimmt dann die Aufgabe komplett – das sind die hausärztlichen und fachärztlichen Praxen, die betriebsärztlichen Dienste, die Privatärztinnen und Privatärzte und die Apothekerschaft.

„Die flächendeckende Versorgung ist gesichert“, versprach Frank Dastych, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, am Mittwoch in Wiesbaden. Die Praxen könnten dauerhaft eine Größenordnung von 350 000 Impfungen pro Woche stemmen. Sie seien auch in der Lage, in Altenheimen Auffrischungsimpfungen zu erledigen, sofern die Ständige Impfkommission (Stiko) sie empfehlen sollte. Gleiches gelte für das Impfen der Zwölf- bis 16-Jährigen, das auch jetzt nach vorheriger Beratung möglich sei und angeboten werde – in manchen Impfzentren, aber auch in den Praxen.

Die Ärztinnen und Ärzte würden sich auch gerne an Sonderaktionen beteiligen, so Dastych. Als Beispiel nannte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) den Impfbus im Main-Kinzig-Kreis, die Impfnacht in Gießen, die Aufklärungsaktion vor dem Freitagsgebet in der Moschee. All dies seien gute Beispiele für niedrigschwellige Angebote mit guten Erfolgen. Die Gesundheitsämter lieferten ihre Erfahrung und ihr Wissen und holten sich Unterstützung bei der Ärzteschaft vor Ort. Die seit April im Ministerium tagende Impfallianz habe die relevanten Akteurinnen und Akteure noch besser als bisher vernetzt. Die Gesundheitsämter könnten auch die Angebote nach Bedarf ergänzen oder organisatorisch unterstützen, etwa durch das Bereitstellen von Turnhallen oder Flächen für einen „Impf-Drive-in“.

Impfquote in Hessen

Mit einer Erstimpfung waren am Dienstag 60,8 Prozent der Bevölkerung in Hessen versorgt; 17,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, 61,9 Prozent der 18- bis 59-Jährigen, 85,1 Prozent der über 60-Jährigen. Der Bundesdurchschnitt lag bei 61,1 Prozent.

Vollständig geimpf t waren 49,5 Prozent der Hessinnen und Hessen. Das waren 8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, 49,9 Prozent der 18- bis 59-Jährigen, 77,8 Prozent waren älter. Bundesdurchschnitt: 47,1 Prozent.

Am Dienstag stieg die Zahl der Erstgeimpften in Hessen um 9632, die der vollständig Geimpften um 25 572. jur

Quelle: Robert-Koch-Institut

Vor eineinhalb Monaten hatte Hessen als erstes Bundesland mitgeteilt, spätestens Ende September alle 28 Impfzentren im Land schließen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt läuft die Co-Finanzierung des Bundes aus, der die Hälfte zahlt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte dieser Tage die monatlichen Betriebskosten auf 50 bis 60 Millionen Euro beziffert.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Daniela Sommer forderte am Mittwoch die schwarz-grüne Koalition auf, mehr Gas zu geben. Ihre Fraktion sei klar gegen eine Impfpflicht oder finanzielle Anreize. Doch das nachlassende Tempo sei Anlass zur Sorge. „Man hätte den Menschen schon viel früher eine flexiblere Terminvergabe ermöglichen müssen“, sagte Sommer. Schon jetzt brauche es ein Konzept für Auffrischungsimpfungen. „Zu oft hat die Landesregierung erst dann reagiert, wenn es zu spät war.“ Ein erfolgreiches Corona-Impfmanagement lasse Probleme erst gar nicht entstehen.

Konkret schlug Sommer Impfaktionen für Supermarktbeschäftigte direkt am Arbeitsplatz vor. Auch Erntehelfende oder Studierende könnten gezielt vor Ort ein unbürokratisches Angebot bekommen. Durch die Zusammenarbeit mit Organisationen, Bürgerhäusern, Arbeitsämtern, Jobcentern und Tafeln könne man ebenfalls Menschen erreichen. „Es braucht kreative Impfangebote und keinen Ruhemodus der Minister.“

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