1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Hessen: Besserer Nachwuchs für die Justiz

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Hanning Voigts

Kommentare

Aktenberge in der Staatsanwaltschaft wälzen – oder doch lieber in einer Anwaltskanzlei? Foto: dpa
Aktenberge in der Staatsanwaltschaft wälzen – oder doch lieber in einer Anwaltskanzlei? Foto: dpa © dpa

Wer einen guten Abschluss in Jura macht, wird von Unternehmen und Großkanzleien umworben. Das hessische Justizministerium will mit einem neuen Programm den Kampf um die besten Köpfe ausbauen.

Verstärkter Kampf um die besten Köpfe: Das hessische Justizministerium denkt darüber nach, es qualifizierten Nachwuchsjurist:innen mit einem neuen Programm leichter zu machen, sich für eine Laufbahn als Richter:in oder bei den hessischen Staatsanwaltschaften zu entscheiden.

Die noch zu prüfende Idee einer „Assessor-Brücke“ solle es Juraabsolvent:innen ermöglichen, die Wartezeit nach dem Zweiten Staatsexamen mit einem befristeten Arbeitsverhältnis beim Land Hessen zu überbrücken, sagte Justizstaatssekretärin Tanja Eichner bei der juristischen Tagung in Oberaula (Schwalm-Eder-Kreis).

Hessen: „Assessor-Brücke“ soll lange Wartezeiten überbrücken

Weil etwa der Richterwahlausschuss nur zu bestimmten Zeiten tage, entstünden bei Bewerbungen für den höheren Justizdienst oft längere Wartezeiten, führte Eichner aus. In dieser Zeit könnte das neue Programm dafür sorgen, dass Nachwuchskräfte mit guten Abschlussnoten befristet etwa finanziell abgesichert Richter:innen oder Staatsanwält:innen zuarbeiten und dabei Berufserfahrung sammeln könnten. Dies solle verhindern, dass qualifizierte Nachwuchskräfte rasch in Unternehmen oder zu Großkanzleien abwanderten, von denen sie nach ihrem Abschluss ebenfalls heftig umworben würden.

Die hessische Justiz müsse dafür sorgen, dass ihr nicht zu viele kluge Köpfe verloren gingen, sagte Eichner. „In der Zeit der Assessor-Brücke würden sie als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und wissenschaftliche Mitarbeiter in der hessischen Justiz arbeiten“, formulierte die Staatssekretärin. „Dies führt meiner Ansicht nach zu einer Win-Win-Situation für die Bewerber auf der einen und für die hessische Justiz auf der anderen Seite.“

(Hanning Voigts)

Auch interessant

Kommentare