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Hessen: Besonders dramatisch

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Von: Jutta Rippegather

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Sind kampferprobt: die Beschäftigten der Uniklinik Gießen-Marburg.
Sind kampferprobt: die Beschäftigten der Uniklinik Gießen-Marburg. © dpa

Die Uniklinik Gießen-Marburg hat zur angespannten Lage beigetragen. Der Kommentar.

Chronischer Personalmangel, die Gleichzeitigkeit mehrerer Infektionskrankheiten und ein hoher Krankenstand in der Belegschaft: Alle im Gesundheitswesen arbeiten am Limit. Doch die Situation an der Uniklinik Gießen-Marburg scheint besonders dramatisch. Der Rhön-Konzern als Betreiber hat den Personalstand nie den gestiegenen Fallzahlen angepasst. Beschäftigte verließen die Klinik – aus Frust, mangels Perspektive auf Besserung, weil sie seit Monaten über den Inhalt des neuen Zukunftsvertrags mit dem Land im Unklaren gelassen werden, der Kündigungsschutz und Ausgliederungsverbot regelt.

Jetzt sollen also die Niedergelassenen die Eisen aus dem Feuer holen, das Rhön und Besitzerin Asklepios mit ihrer unverantwortlichen Personalpolitik fütterten. Die Praxen, die der Städtetag angesichts der Lage in den Krankenhäusern um längere Öffnungszeiten gebeten hat. Wieder sollen sie als Bollwerk fungieren – wie in der Corona-Pandemie. Doch auch die niedergelassenen Praxen sind mit ihren Kapazitäten am Ende. Es gibt lange Wartezeiten, ein Aufnahmestopp für Neupatient:innen, viele machen jetzt auch Urlaub.

In dieser Situation noch frühere Entlassungen anzukündigen, ist verantwortungslos. Das Abarbeiten möglichst vieler Fällen darf nicht der Maßstab sei. Es gibt eine Alternative: Kranke an andere Krankenhäuser vermitteln und auf Einnahmen verzichten.

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