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Johann-Dietrich Wörner bekommt zum 1. August eine neue Aufgabe.
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Johann-Dietrich Wörner bekommt zum 1. August eine neue Aufgabe.

Hessen

Hessen beruft Wörner zum Raumfahrtkoordinator

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Der ehemalige ESA-Direktor soll die relevanten Akteur:innen im Land vernetzen. Und damit den Standort für die Zukunftsbranche attraktiver machen.

Johann-Dietrich Wörner ist Hessens erster Raumfahrtkoordinator. Der frühere Präsident der Technischen Universität (TU) Darmstadt aus Kassel übernimmt die Aufgabe ehrenamtlich. Bis vergangenen Februar war der 68-Jährige noch Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation. Überschrieben hat er seinen Auftrag mit dem Titel „Hessen in Space“. Raumfahrt sei international, betreffe alle Bereiche – von der kleinen Gemeinde über die Wirtschaft oder Landwirtschaft bis zur Umwelt, sagte Wörner am Donnerstag in Wiesbaden anlässlich seiner Berufung.

Der einstige Astronaut Thomas Reiter habe ihm bereits seine Unterstützung zugesagt. Von ihm könne man etwa den sparsamen Umgang mit Trinkwasser lernen. Satelliten seien in der Lage, die Folgen von Starkregenereignissen besser vorherzusagen und auch zu erkennen, ob eine Brücke instabil wird. Kleinste bauliche Veränderungen seien von oben messbar, wie jüngst auch die Deformationen an der Salzbachtalbrücke.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erläuterte, warum Hessen nach Baden-Württemberg, Bayern und Bremen ebenfalls einen Koordinator einsetzt und dies im Koalitionsvertrag verabredet war. „Das Leben hat sich durch Raumfahrt verändert.“ Ohne „die Einrichtungen da oben“ gebe es keine genauen Wettervorhersagen, keine Navigationssysteme, kein Satellitenfernsehen und keine Live-Berichterstattung. Es handele sich um „einen der Schlüsselbereiche unserer Zukunft“.

Und: Hessen fange keineswegs bei Null an. Mit dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum ESOC, der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der Europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten Eutelsat sowie dem „Centrum für Satellitennavigation Hessen – cesah“ sei das Land bereits „ein bedeutender europäischer Raumfahrtstandort“. Den gelte es zu sichern und auszubauen. Wörner sei der Wunschkandidat der schwarz-grünen Landesregierung. Dank seiner ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung verfüge er über eine „hohe Expertise“ in der Raumfahrt und ein „hervorragendes Netzwerk zu relevanten Akteuren im In- und Ausland“.

Wie Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hervorhob, sind diverse hessische Unternehmen bereits auf dem Feld unterwegs. „Präzisionsgetriebe aus Limburg flogen mit den Apollo-Missionen zum Mond, Sensoren aus Lahnau sind mit den Marsrovern über den roten Planeten gerollt“, erläuterte er. Aktuell befinde sich die Branche im Wandel: „Ehrgeizige Pläne werden formuliert, Privatunternehmen steigen ins Weltraumgeschäft ein, der internationale Wettbewerb verschärft sich.“ Wörner habe die Aufgabe, Wissenschaft, Forschung, technologische Entwicklung, Bildung, Wirtschaft und Industrie sowie die in Hessen beheimateten nationalen und internationalen Organisationen stärker miteinander zu vernetzen.

Angesiedelt ist die Geschäftsstelle des neuen Raumfahrtkoordinators in der Staatskanzlei, weil seine Aktivitäten alle Ressorts der Landesregierung betreffen. Zum 1. August nimmt er seine Arbeit auf.

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