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Nur 20 Prozent der Wohnungen in einem Neubau müssen barrierefrei sein.
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20 Prozent der Wohnungen in einem Neubau müssen barrierefrei sein.

Hessen

Hessen: Beim Wohnen müssen Barrieren fallen

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Im Hessischen Landtag dringen Verbände auf deutlich mehr Wohnungen für alte und behinderte Menschen. Die SPD kritisiert die Maßnahmen von Schwarz-Grün als kontraproduktiv.

Seit Jahren ist das Problem bekannt: In Hessen gibt es zu wenige barrierefreie Wohnungen, während die Zahl der Menschen wächst, die darauf angewiesen sind. Zwischen der schwarz-grünen Koalition und der SPD ist umstritten, wie am besten Abhilfe zu schaffen ist. Die SPD fordert eine Änderung der Hessischen Bauordnung.

„Gesamten Neubau barrierefrei“

Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit will sich damit aber nicht zufrieden geben, wie aus ihrer Stellungnahme für den Landtags-Wirtschaftsausschuss hervorgeht, der am Montag in Wiesbaden tagte. Sie erinnerte daran, was die Behindertenbeauftragten der Länder und des Bundes beschlossen hätten: „Generell muss der gesamte Neubau im Mehrparteienwohnungsbau barrierefrei und ein deutlicher Anteil uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sein.“

Der Deutsche Mieterbund beklagte, dass das „Missverhältnis“ zwischen Bestand und Bedarf an barrierefreien Wohnungen von Jahr zu Jahr steige. Die Bevölkerung in Hessen werde in den nächsten 20 Jahren weiter altern. Zugleich werde es für viel mehr Menschen möglich sein, im Alter oder mit körperlichen Einschränkungen „selbstbestimmt in einer eigenen Wohnung wohnen zu können, sofern diese entsprechend ausgestattet ist“. Das müsse gefördert werden, verlangten der hessische Mieterbund-Vorsitzende Gert Reeh und Geschäftsführerin Eva-Maria Winckelmann.

Hoher Bedarf

79 000 barrierefreie Wohnungen fehlen in Hessen. Diese Zahl nennt die SPD und beruft sich auf Angaben des Kuratoriums der Deutsche Altenhilfe. Der Deutsche Mieterbund geht sogar von mehr als 100 000 solcher Wohnungen aus, die nach seiner Schätzung in Hessen fehlten.

Bis 2040 werden nach einer Studie der hessischen Landesregierung rund 300 000 altengerechte Wohnungen benötigt. pit

Der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK, Paul Weimann, verwies darauf, dass gerade im ländlichen Raum erheblicher Bedarf bestehe. Es sei daher „nicht nachvollziehbar“, warum weiterhin „vorwiegend Gebäude mit Barrieren errichtet“ würden, die dann zu einem späteren Zeitpunkt für wesentlich mehr Geld barrierefrei gestaltet werden müssten.

„Universelles Design“ könnte helfen

Der Landesbehindertenrat appellierte an die Verantwortlichen, die Behindertenkonvention der Vereinten Nationen ernst zu nehmen. Dort werde angeregt, auf ein „universelles Design“ von Produkten, Umfeldern, Programmen und Dienstleistungen zu setzen, so dass sie „von allen Menschen möglichst weitgehend ohne eine Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden“ könnten, erläuterte Sprecher Georg Gabler.

Vor drei Jahren hatte die schwarz-grüne Koalition die Hessische Bauordnung (HBO) geändert, damit die Zahl der barrierefreien Wohnungen wächst. Seither müssen bei Neubauten mindestens 20 Prozent der Wohnungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nutzbar sein. Vorher lautete die Regelung, dass „die Wohnungen eines Geschosses“ barrierefrei sein müssten.

Das führe bei Gebäuden mit vier Geschossen und weniger sogar zu einer niedrigeren Anzahl von barrierefreien Wohnungen, bemängelt die SPD. Sie verlangt, das rückgängig zu machen. Die Verschlechterung betreffe ländliche Gebiete, in denen der Anteil älterer Menschen hoch sei.

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