Transport

Atommüll kann nach Biblis rollen

  • Pitt v. Bebenburg
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Die Behörden genehmigen den Transport ein zweites Mal, diesmal unter Berücksichtigung der Corona-Bedingungen. Castoren werden auch a andere deutsche Standorte gebracht.

Noch in diesem Jahr soll Atommüll aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield ins südhessische Biblis gebracht werden. Das hat die zuständige Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) am Freitag in Essen mitgeteilt.

Der Transport von sechs Castorbehältern mit verglasten Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente war bereits für das Frühjahr geplant gewesen. Wegen der Corona-Pandemie wurde er jedoch abgesagt.

Am Freitag habe das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) die geänderte Planung genehmigt, gab die GNS bekannt. Sie sehe „umfassende Vorsorgekonzepte und Hygieneregeln für alle Phasen des Transports“ vor. Für einen Transport in diesem Jahr sei noch die Abstimmung mit der Polizei erforderlich.

Die sechs Castoren sind die ersten von 25 Atommüllbehältern, die aus den Wiederaufbereitungsanlagen im britischen Sellafield und dem französischen La Hague nach Deutschland gebracht werden. Sie werden auf die Zwischenlager Biblis, Brokdorf, Isar und Philippsburg verteilt. Darauf hatten sich die Bundesregierung, die Bundesländer und die Energiekonzerne 2015 verständigt.

Gegner der Transporte hatten im Frühjahr bereits dagegen mobilisiert. Sie befürchten, dass der Abfall noch sehr lange in unzureichend geschützten Zwischenlagerhallen stehen werde. In Biblis stehen derzeit 102 Castoren mit den Brennstäben aus den Kraftwerksblöcken A und B, die 2011 vom Netz gegangen waren. Genehmigt ist das Zwischenlager für die Aufbewahrung von maximal 135 Behältern.

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